Stand: 27.09.2017 15:34 Uhr

Tierschützer kritisieren Affenhaltung in Nordhorn

Der Tierpark Nordhorn muss sich derzeit mit einem "Shitstorm" herumschlagen. In sozialen Netzwerken wird der Tierpark mit negativen Kommentaren bedacht. Ausgelöst wurde die Welle der Empörung im Netz durch das "Great Ape Projekt". Die Tierschutzinitiative brandmarkte via Facebook die Haltung der Schimpansen, des nahe der niederländischen Grenze gelegenen Zoos in der Grafschaft Bentheim.

Ein Schimpanse auf einem Baumstamm.

Affenhaltung: Tierpark Nordhorn in der Kritik

Hallo Niedersachsen -

Die Tierschutzorganisation "Great Ape Project" hat die Haltung der Schimpansen im Tierpark Nordhorn als Quälerei kritisiert. Der Zoo weist die Vorwürfe entschieden zurück.

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Heftige Reaktionen im Netz

Diese sei "eine der schlimmsten Qualhaltungen von Schimpansen in einem deutschen Zoo", so das "Great Ape Projekt". Die Anlage sei heruntergekommen und viel zu klein, die drei Tiere würden "unverkennbare Symptome klinischer Depression" zeigen. Hunderte Nutzer reagierten mit Kommentaren auf den Beitrag, in manchen Beiträgen wird zum Verfassen von Beschwerdebriefen an die Stadt Nordhorn, Trägerin des Tierparks, aufgerufen.

Tierpark: Vorwürfe "völlig haltlos"

Der Tierpark hält dagegen: Die Vorwürfe seien "völlig haltlos", sagt Ina Deiting vom Tierpark Nordhorn. Die Anlage sei artgerecht, das Wohl und die Gesundheit der Tiere seien sichergestellt. Die drei Schimpansen zeigten keinesfalls ein gestörtes Verhalten. Außerdem stehe man regelmäßig mit Tiertrainern im Austausch und lasse Tierpfleger schulen, um gemeinsam Beschäftigungsprogramme zu entwickeln.

Haltung der Schimpansen soll auslaufen

Deiting räumt gleichzeitig ein, dass die Ende der 1980er-Jahre entstandene Anlage optisch in die Jahre gekommen sei und den heutigen Ansprüchen nicht mehr ganz genüge. "Wir haben inzwischen einen anderen Anspruch", sagt Deiting. Allerdings sei es so, dass der Tierpark derzeit keine Modernisierung der Anlage finanzieren könne. Denn: "Man bräuchte sehr viel Geld, um diese Anlage in einen Topzustand zu versetzen", so die Biologin. Der Tierpark will daher auf absehbare Zeit die Haltung der Schimpansen auslaufen lassen. Es sei aber nicht einfach, die Schimpansen abzugeben, denn alle drei Tiere hätten eine "Vorgeschichte" und seien nicht einfach zu integrieren. Zwei Affen seien etwa aus ihrer vorherigen Gruppe in Münster rausgeflogen, "und das nicht ohne Grund", so Deiting.

Kritik vom Tierschutzbund, Zuspruch vom Veterinäramt

Unterstützt wird der Tierpark vom zuständigen Veterinäramt der Grafschaft Bentheim: Dies sieht keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Das Gehege sei zwar veraltet, genüge aber den Anforderungen. Die Vorwürfe der Tierschützer seien dagegen deutlich überzogen. Auf die Seite der Kritiker schlägt sich der Deutsche Tierschutzbund: Das Außengehege würde den Mindestanforderungen zwar entsprechen, das Innengehege sei aber viel zu klein. Aus Tierschutzsicht biete die Anlage zudem viel zu wenig, um Schimpansen auch nur ansatzweise gerecht zu werden.

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Hallo Niedersachsen | 27.09.2017 | 19:30 Uhr

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