Stand: 06.12.2016 15:05 Uhr

Rathaus-Aktion von "Reichsbürgern" schlägt fehl

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Im Rathaus von Melle im Landkreis Osnabrück wollten sogenannte Reichsbürger eine Sitzung abhalten. (Themenbild)

"Reichsbürger" haben am vergangenen Donnerstag versucht, eine Sitzung im Rathaus von Melle (Landkreis Osnabrück) abzuhalten. Unangemeldet sei der ungewöhnliche Besuch im Meller Rathaus nicht gewesen, sagte Stadtsprecher Jürgen Krämer am Dienstag. Die Wortführerin der Gruppe habe schon vor drei Wochen den geplanten Sitzungstermin angekündigt - und zwar in einer Rundmail, die an Privatpersonen und Geschäftsleute aus Melle adressiert gewesen sei.

Stadtsprecher: "Zu keiner Zeit bedrohlich"

Die Mitarbeiter der Stadt seien also durchaus vorbereitet gewesen, als am Donnerstag eine Handvoll mutmaßlicher "Reichsbürger" im Rathaus aufgetauchte. Man habe der Gruppe direkt klar gemacht, dass eine derartige Versammlung im Rathaus nicht stattfinden könne. "Das wurde dann auch kurz ungemütlich, aber nach fünf Minuten war die Sache erledigt", schildert der Stadtsprecher die Diskussion. Bedrohlich sei die Situation aber zu keinem Zeitpunkt gewesen, sagt Krämer.

Anführerin der "Reichsbürger" stadtbekannt

Der Stadtsprecher stufte die Aktion als Provokation ein. Die Wortführerin der "Reichsbürger" sei in Melle stadtbekannt. Sie verschicke regelmäßig Rundmails und offene Briefe, in denen sie beispielsweise die Stadt Melle als Teil eines Scheinstaates bezeichnet. In letzter Zeit hätten sich immer mehr Meller über diese Verschwörungs-Post beschwert, so der Stadtsprecher. Die Stadt leite sämtliche Schreiben an die Abteilung Staatsschutz bei der Polizei weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 06.12.2016 | 13:30 Uhr

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