Stand: 04.09.2015 21:43 Uhr

Explosion in Itterbeck: Ermittlungen dauern an

Nach der Explosion auf einer Gasförderanlage in Itterbeck (Grafschaft Bentheim) ist die genaue Unglücksursache weiterhin unklar. Das teilte das Landesbergbauamt (LBEG) in einer Presseerklärung mit. Die Ermittlungen könnten noch Wochen dauern, so ein Sprecher des Landesamtes. Weitere Hinweise soll die Obduktion des getöteten Arbeiters bringen. Der 21-Jährige war am Mittwochnachmittag bei einer Verpuffung auf der Anlage des Unternehmens GDF Suez ums Leben gekommen. Drei weitere Arbeiter wurden verletzt, einer davon schwer. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt aufgenommen. Mit den Ermittlungen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft das Landesbergbauamt und die Polizei in Nordhorn beauftragt.

Arbeiter stirbt nach Verpuffung

Das Unglück ereignete sich den Angaben zufolge bei der Reinigung eines Kondensatbehälters, in dem Lagerstättenwasser und Kohlenwasserstoffe gesammelt werden. Als die Mitarbeiter der externen Wartungsfirma den Behälter öffneten, kam es zu einer Stichflamme. Es müsse ein zündfähiges Gemisch aus Kohlenwasserstoffen, Sauerstoff und einer Zündquelle gegeben haben, vermuten die Ermittler: "Wie alles zusammenhängt, müssen wir jetzt untersuchen." Die Ermittler wollen nun die Arbeitsschritte vor dem Unglück rekonstruieren. Dazu gehöre auch das Auswerten von Unterlagen, Gefährungsbeurteilungen und der geplanten Arbeitsabläufe. Auch solle geprüft werden, wie erfahren die Mitarbeiter waren und inwieweit sie geschult und in die Arbeit eingewiesen waren. Der 21-Jährige wurde durch die Verpuffung rund 20 Meter durch die Luft geschleudert. Er prallte gegen mehrere Rohre und war sofort tot.

Verletzte in verschiedene Kliniken gebracht

Ein Arbeiter, der schwere Brandverletzungen im Gesicht erlitt, wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Bochum gebracht. Er soll sich bereits auf dem Weg der Besserung befinden. Zwei weitere Mitarbeiter kamen mit leichten Verletzungen in Krankenhäuser in der Umgebung. Polizei und Rettungsdienste waren an der Unglücksstelle mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Unternehmen zeigt sich bestürzt

"Wir befinden uns in tiefster Trauer. Alle unsere Gedanken gelten zuallererst unserem verstorbenen Kollegen und seiner Familie sowie den drei verletzten Mitarbeitern und allen Angehörigen", sagte der Geschäftsführer von GdF Suez Deutschland. Allen Mitarbeitern werde psychologische Unterstützung angeboten und man sei mit den betroffenen Familien in Kontakt. Die Erdgasförderung sei sofort nach dem Unglück stillgelegt worden.

Keine Ähnlichkeit mit Unglück in Geeste

Bereits im vergangenen Herbst war es auf einem Erdölfeld von GDF Suez in Geeste (Landkreis Emsland) zu einer schweren Explosion mit einem Toten gekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang wegen fahrlässiger Tötung gegen drei Mitarbeiter des Unternehmens. Ähnlichkeiten zwischen den Unglücksfällen weist GDF Suez allerdings zurück. "Man kann die beiden Fälle überhaupt nicht vergleichen", sagte ein Sprecher auf Anfrage von NDR.de. In Geeste habe es bei unterirdischen Arbeiten am Bohrloch einen unkontrollierten Gasaustritt mit anschließender Explosion gegeben, in Itterbeck dagegen habe sich die Verpuffung an einem Stickstoff-Behälter ereignet, der nicht mehr im Produktionskreislauf war.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.09.2015 | 18:00 Uhr