Stand: 22.05.2017 11:14 Uhr

Meyer übt scharfe Kritik an Stalleinbrüchen

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hat sich in die Diskussion um heimliche Filmaufnahmen in Tierställen eingeschaltet und diese kritisiert. "Die Kontrolle von tierhaltenden Betrieben ist Sache des Staates und nicht von jedermann", sagt er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagausgabe) mit Blick auf Aufnahmen etwa der Tierschutzorganisation Peta. Meyer nehme die Sorge von Landwirten "sehr ernst", von "manipulierten und einseitigen Filmaufnahmen" betroffen zu sein.

Verriegelte Türen, Bewegungsmelder und Kameras

Die Sorge vor Einbrüchen und Undercover-Videos hatte bei Landwirten zuletzt laut Landvolk stark zugenommen. Das hatte eine Anfrage von NDR 1 Niedersachsen ergeben. Die Folge: Immer mehr Landwirte überwachen ihre Ställe mit mehrfach verriegelten Türen, Bewegungsmeldern und Kameras. Sie wollen so vor allem nächtliche Einbrüche abwenden. Denn immer wieder verschaffen sich Mitglieder von Tierrechtsorganisationen illegal Zutritt, um in den Ställen angebliche Missstände aufzudecken. "Für die Landwirte ist es ein Tanz auf dem Drahtseil", so eine Landvolk-Sprecherin zu NDR 1 Niedersachsen. "Einerseits sollen sie sich transparent und öffentlich präsentieren, ihre Höfe und Ställe jederzeit für jeden zugängig machen." Doch andererseits müssten die Landwirte sich zunehmend gegen Eindringlinge schützen.

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Tierrechtler halten NDR Beitrag für Fake

Erst vor rund einer Woche hatte das NDR Magazin Panorama 3 einen Vorzeigehof aus dem Landkreis Osnabrück vorgestellt. Die porträtierte Schweinehalterin bietet ihren Tieren einen echten Luxus-Stall: mit Frischluftterrasse, Fress-, Wühl- und Spielbereich. Doch genau dieser Bericht hat Tierrechtler auf den Plan gerufen. Sie halten den Vorzeige-Stall für einen "Fake" - und wollten das mithilfe eines Einbruchs belegen, berichtet das Nachrichtenportal "agrarheute" auf seinen Internetseiten.

Meyer: Bärendienst für den Tierschutz

Es sei ein Bärendienst für den Tierschutz gerade diese Betriebe öffentlich in Misskredit zu bringen, sagte der Minister. Der Grünen-Politiker wies daraufhin, dass es manchen Organisationen gar nicht um die Verbesserung der Tierhaltung gehe, sondern um deren Abschaffung. "Da sollen Skandalbilder also gar nicht dem Stopp einzelner Missstände dienen, sondern vielmehr zur Diffamierung eines ganzen Berufsstandes und viel Anstrengungen für mehr Tierwohl missbraucht werden."

Kameras als Schutz und Abschreckung

Laut Landvolk meiden die meisten Landwirte die Öffentlichkeit. Um nicht aufzufallen, und so zum nächsten Zielobjekt radikaler Tierschützer zu werden. Sie sorgten sich um ihren Ruf und ihre Familien, so das Landvolk. Die Kameras dienten dabei der Abschreckung, seien aber auch dafür da, damit sich die Landwirte im Notfall rechtfertigen - und möglicherweise gefälschte Tatsachen widerlegen können.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 21.05.2017 | 19:30 Uhr

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