Stand: 19.12.2014 11:07 Uhr

Kritik vor Eröffnung des neuen Flüchtlingslagers

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Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag kritisierte das "Bündnis gegen Abschiebung" die Zustände in den bestehenden Aufnahmelagern für Flüchtlinge.

Anderswo gewinnen fremdenfeindliche Initiativen wie "Pegida" Aufwind, doch in Osnabrück ist davon nichts zu spüren. Stattdessen zeigen die Bürger große Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge. Anlässlich der Eröffnung des vierten niedersächsischen Aufnahmelagers am Montag in Osnabrück sammeln Vereine und Stiftungen Geld, Fahrräder, Spielzeug und Süßigkeiten. Die Hilfe geht aber auch mit Kritik einher: Die Bedingungen in den drei bestehenden Lagern seien teilweise unzumutbar, beanstanden Flüchtlinge und Flüchtlingsinitiativen.

Platz- und Hygienemangel befürchtet

Zu wenig Platz und mangelnde Hygiene - das sind nur einige Kritikpunkte von Flüchtlingen, die bereits in Aufnahmelagern in Niedersachsen leben. Die Flüchtlingsinitiative "Bündnis gegen Abschiebung" befürchtet, dass es in dem neuen Flüchtlingslager in Osnabrück bald auch solche Zustände geben wird. Zunächst sollen dort 160 Flüchtlinge aufgenommen werden, insgesamt sollen bis Mitte 2015 rund 600 Plätze zur Verfügung stehen. Die drei bisherigen Lager in Friedland bei Göttingen, Braunschweig und Bramsche bei Osnabrück sind bereits überbelegt.

Flüchtlingsinitiative fordert kostenlose Sprachkurse

Neben mehr Platz für die Flüchtlinge fordert die Initiative kostenlose Sprachkurse. "Die Landessprache zu beherrschen ist der Schlüssel zur Integration", meint Eva Janssen vom "Bündnis gegen Abschiebung". Ein weiterer Kritikpunkt ist die unzureichende Finanzlage der Flüchtlinge. Gerade wenn eine Aufnahmestelle weit außerhalb der Stadt läge, könnten die Flüchtlinge nicht am Stadtleben teilnehmen, weil ihnen das Geld für den öffentlichen Nahverkehr fehle. Hier fordert die Initiative kostenlose oder günstigere Bahntickets für Flüchtlinge. Nachholbedarf liege außerdem in der juristischen und psychologischen Unterstützung der Betroffenen. Diese gibt es in Osnabrück bislang nur in vier Beratungsstellen.