Stand: 25.02.2016 16:21 Uhr

Fahrer setzt Kind aus: Weser-Ems-Bus will sich entschuldigen

von Claus Halstrup

Es ist Montagabend, kurz nach 18 Uhr. Eine zwölfjährige Schülerin ist auf dem Weg vom Osnabrücker Ortsteil Hellern nach Hasbergen zu einer Freundin. Zwischen den beiden Ortschaften fordert der Busfahrer das Mädchen auf, sein Busticket vorzuzeigen. Doch die Schülerkarte endet hinter der Stadtgrenze, Geld für eine Anschluss-Fahrkarte in Höhe von 1,20 Euro hat das Kind nicht dabei. Auf die Frage, ob sie jetzt aussteigen müsse, entgegnet der Fahrer mit einem eindeutigen "Ja" und setzt das Mädchen vor die Tür - an einer vielbefahrenen Landstraße, mitten im Nichts. Das Unternehmen hat später den Vorfall bestätigt. Die Eltern berichten, der Fahrer habe sie aufgefordert, Geld von ihrer Familie zu holen. Die Schülerin habe dann einen Kilometer durch die Dunkelheit zu dem Haus einer befreundeten Familie laufen müssen.

Vater appelliert an Unternehmen

Die Eltern möchten nicht, dass ihr Name öffentlich wird, um den Persönlichkeitsschutz ihrer Tochter und der ganzen Familie zu wahren. Der Vater appelliert lediglich an das Unternehmen Weser-Ems-Bus, den Fahrern - gerade in Bezug auf Kinder und Jugendliche - mehr Fingerspitzengefühl mit auf den Weg zu geben. Eine solche Aktion sei überhaupt nicht akzeptabel, sagt er.

"Fahrer hätte das Mädchen mitnehmen müssen"

Der Deutschen Bahn, zu der der Weser-Ems-Bus gehört, ist der Vorfall äußerst peinlich. Der Fahrer sei darauf hingewiesen worden, gerade bei der Beförderung von Kindern umsichtig zu reagieren. "Er hätte in diesem Fall dem Mädchen eine Karte mit Angaben zur Nachlösung aushändigen und sie zu Ihrem Fahrtziel mitnehmen müssen", so ein Sprecher in einer schriftlichen Stellungnahme. Das Unternehmen will sich nun bei der Familie entschuldigen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 24.02.2016 | 17:30 Uhr