Stand: 02.02.2016 17:41 Uhr

31-Jähriger muss sich nach Raub vor Gericht verantworten

Der blitzartige Überfall und die spektakuläre Flucht waren fast filmreif: Vor rund einem Jahr hatte eine Bande einen Juwelier in Nordhorn (Landkreis Grafschaft Bentheim) überfallen. Ganze 49 Sekunden dauerte damals der Raub, bei dem die Täter Uhren im Wert von rund 120.000 Euro erbeutet hatten. Anschließend waren die Männer mit einem bereitliegenden Schlauchboot über den Fluss Vechte geflüchtet. Danach hatten die Täter mit einem gestohlenen Auto das Weite gesucht. Auf der Flucht hatten die Räuber auch Kleidung zurückgelassen. Darauf fand die Polizei DNA-Spuren, die sie zu einem 31-jährigen Mann aus Nordhorn führte. Seit Dienstag muss sich der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht in Osnabrück verantworten.

Angeklagtem drohen mindestens fünf Jahre Haft

"Dem Angeklagten wird vorgeworfen, mit zwei weiteren Tätern in das Juweliergeschäft in Nordhorn gestürmt zu sein. Dort die Angestellten mit Waffen bedroht zu haben. Und einer der Angeklagten soll dann mit einer Axt eine Vitrine eingeschlagen haben", sagte Landgerichtssprecherin Nicole Hellmich. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Mann wegen besonders schweren Raubes mindestens fünf Jahre Gefängnis.

31-Jähriger bestreitet Vorwürfe

Der Anwalt des Angeklagten stellte den Sachverhalt am ersten Prozesstag anders dar. Sein Mandant sei nämlich gar nicht im Juweliergeschäft gewesen. Er habe lediglich bei der Flucht geholfen. Die Zeugenaussagen, wie viele Täter aus dem Geschäft stürmten, seien widersprüchlich. Einige hätten drei Männer, andere nur zwei Männer gesehen, so der Anwalt. Am nächsten Verhandlungstag wolle sich sein Mandant selbst äußern.

Dritter Täter weiter auf der Flucht

Der zweite mutmaßliche Täter ist der Polizei inzwischen ins Netz gegangen. Auch gegen ihn soll bald vor Gericht verhandelt werden. Vom dritten Täter fehlt laut Polizei aber immer noch jede Spur - trotz eines Berichts in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" vor einigen Wochen. Es habe zwar viele Hinweise gegeben, darunter aber keine verwertbaren Anhaltspunkte, so Polizeisprecher Achim van Remmerden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.02.2016 | 17:00 Uhr