Stand: 09.09.2017 17:49 Uhr

Internationaler Atomkraft-Protest in Lingen

Gegen nukleare Brennelementefabriken und gegen Atomkraftwerke (AKW) sind am Sonnabend in Lingen mehrere Hundert Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Polizei zählte rund 350 Teilnehmer, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz sprach von mehr als 500. Zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren hatten Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie aus Belgien und den Niederlanden zu der Protestveranstaltung aufgerufen. Die Demonstration sei "durchweg friedlich" verlaufen, teilte die Polizei mit.

Demonstranten fordern Brennstoff-Exportverbot

Aufforderung an Bundesumweltministerin

Die Teilnehmer forderten den sofortigen europaweiten Atomausstieg. In Lingen sollten keine Brennelemente mehr hergestellt und in Gronau (Nordrhein-Westfalen) kein Uran mehr angereichert werden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) solle den Export von Brennstäben verbieten. Vor allem sollten die störanfälligen Kernkraftwerke in Belgien - darunter Tihange 2 - und in Frankreich nicht mehr beliefert werden.

Gefährlich - aber notwendig?

Gerd Otten vom Elternverein Restrisiko Emsland beklagte, dass es im AKW Lingen 2 und in der Brennelementefabrik immer wieder Pannen gebe. Der Betreiber der Fabrik erklärte dagegen, die Anlage leiste einen wichtigen Beitrag zum Betrieb und Rückbau deutscher Kernkraftwerke und sei über den Atomausstieg hinaus notwendig. Der Betreiber des AKW Lingen 2 äußerte sich nicht. Das Atomkraftwerk soll als eines der letzten im Jahr 2022 vom Netz gehen.

Weitere Informationen

Hendricks: Brennstäbe-Export nicht zu verhindern

Die Lieferung von Brennelementen aus Lingen an belgische AKWs kann laut Bundesumweltministerin Hendricks nicht gestoppt werden. Sie hofft auf eine Schließung der Lingener Fabrik. (28.04.2017) mehr

Wenzel hofft auf Schließung von Uranfabriken

Niedersachsens Umweltminister Wenzel hat sich für ein Aus der Uranfabriken in Lingen und Gronau ausgesprochen. Die Produktion von Brennstoffen für AKW im Ausland sei nicht vertretbar. (02.04.2017) mehr

Link

Deutsche Brennelemente für "Bröckelreaktor"

Tausende Risse im Reaktordruckbehälter - doch ausgerechnet Deutschland sorgt für den Weiterbetrieb des "Bröckelreaktors" Tihange 2 in Belgien. Tagesschau.de berichtet. (28.03.2017) extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.09.2017 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:41

Streit um Kosten für Straßenausbau in Springe

21.10.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen