Stand: 24.06.2017 17:10 Uhr

Heimliche Aufnahmen dokumentieren Küken-Quälerei

Erneut haben Tierrechtler heimlich in Ställen gedrehtes Filmmaterial an die Öffentlichkeit gelangen lassen, erneut geht es um den Vorwurf der Tierquälerei - betroffen sind dieses Mal Hähnchenmastbetriebe aus dem Emsland. Sie sind Vertragspartner der Schlachthofkonzerne Wiesenhof und Rothkötter. Die Bilder zeigen nach Angaben der Organisation Animal Equality unter anderem, wie bei einem Rothkötter-Zulieferbetrieb Küken aus Transportboxen in Hallen geschüttet und auf Haufen geworfen werden.

"Entspricht nicht der guten fachlichen Praxis"

"Die Art und Weise des Entleerens der Eintagsküken aus den Kisten durch den Mitarbeiter des Dienstleistungsunternehmens entspricht nicht der guten fachlichen Praxis", teilte Rothkötter dazu mit. Der Dienstleister sei aufgefordert, sicherzustellen, dass dieses Verhalten nicht mehr vorkomme. Einen weiteren Vorwurf, der auch die Wiesenhof-Partner betrifft, sei dagegen falsch. Es würden keine lebendigen Küken im Mülleimer entsorgt. Sowohl Rothkötter als auch die Wiesenhof-Muttergesellschaft PHW teilten mit, dass die Tiere, die entsorgt würden, tot seien. Von Wiesenhof heißt es, dass die Küken nach der Betäubung mit einem Holzstab vorschriftsmäßig getötet worden seien. Auf dem Videomaterial könne man das daran sehen, dass die Mitarbeiterin, die die Küken einsammelt, den Holzstab dabei hat. Es könne jedoch vorkommen, "dass es bei den Tieren nach Eintritt des Todes noch eine Zeit lang zu unwillkürlichen Bewegungen der Gliedmaßen kommt", so PHW. Die Video-Aufnahmen der Tierrechtler zeigen ein anderes Bild: Auf dem veröffentlichten Material kommt der Holzstab nicht zum Einsatz. Hier schnappt sich eine Mitarbeiterin ein verletztes Küken und drückt es gegen den Eimerrand. Eine gezielte Tötung ist nicht zu sehen.

Hühner bei Wiesenhof-Partner getreten?

Im Fall des Wiesenhof-Landwirts hatten die Tierrechtler außerdem kritisiert, dass bei Ausstallungen Hühner getreten werden, um sie zusammenzutreiben. PHW räumte ein, dass dies den Wiesenhof-Richtlinien widerspreche. Keiner der entsprechenden Mitarbeiter des Dienstleisters dürfe künftig Ausstallungen bei den Vertragslandwirten mehr durchführen.

Zuletzt waren Tierrechtsorganisationen wie Animal Equality oder PETA wegen solch heimlich hergestellter Filmaufnahmen wie jetzt im Emsland in die Kritik geraten. Die Aktivisten drangen dazu in Ställe ein. "Die Kontrolle von tierhaltenden Betrieben ist Sache des Staates und nicht von jedermann", hatte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) gesagt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 23.06.2017 | 17:00 Uhr

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