Stand: 14.11.2017 17:46 Uhr

Fleisch-Betrug: Anwälte weisen Vorwürfe zurück

Vor dem Landgericht Osnabrück hat am Dienstag der Prozess gegen zwei frühere Manager einer Fleischfabrik aus Bad Bentheim (Landkreis Grafschaft Bentheim) begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 58-jährigen Geschäftsführer und einem 51 Jahre alten Betriebsleiter Betrug in rund 100 Fällen vor. In dem Betrieb in Bad Bentheim soll minderwertiges Fleisch nicht als solches gekennzeichnet worden sein, um den Gewinn zu steigern. Allein für das Jahr 2012 geht es um 300.000 Kilogramm sogenanntes Separatoren-Fleisch, das vom Knochen geschnitten wird und qualitativ schlechter ist als Muskelfleisch. Die beiden Angeklagten sollen zudem Zertifikate für den Export gefälscht haben.

Anwälte wollen Staatsanwalt als Zeugen hören

Nach der anderthalbstündigen Verlesung der Anklageschrift, äußerten sich die Verteidiger. Sie betonten, ihre Mandanten seien unschuldig und die Vorwürfe haltlos. Außerdem beantragten sie, dass der Staatsanwalt als Zeuge vernommen werden soll. Dies sei ihrer Ansicht nach sinnvoll, weil er bei den Ermittlungen und der Durchsuchung des Betriebes von Anfang an dabei gewesen sei. Die Anwälte beklagten zudem, dass einige Punkte der Anklageschrift fehlerhaft seien. Der Richter gab dem Antrag statt, so dass der Staatsanwalt bei der nächsten Verhandlung am Donnerstag im Zeugenstand sitzen wird.

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Separatoren-Fleisch wird verarbeitet

Das wertlose Separatoren-Fleisch soll unter anderem an Firmen in Delmenhorst, Dissen (Landkreis Osnabrück) und Böklund (Schleswig-Holstein) geliefert worden sein. Es gelangte teilweise in die Verarbeitung, weil die minderwertige Qualität bei der Wareneingangskontrolle nicht erkannt wurde. Erst die Lebensmittelüberwachung habe die minderwertigen Wurstwaren beanstandet.

Keine Anklage wegen Gammelfleisch

Gegen die beiden Angeklagten wurde zwischenzeitlich auch ermittelt, weil bei der Durchsuchung im Juni 2013 Kübel mit verdorbenen Hähnchenknochen gefunden worden waren. Dass der Betrieb Gammelfleisch in Umlauf gebracht hat, konnten die Ermittler aber nicht nachweisen. Dieser Vorwurf wurde daher fallengelassen. Bis Januar sind zunächst neun Verhandlungstermine angesetzt. Den späten Beginn des Prozesses begründete ein Gerichtssprecher gegenüber NDR.de mit dem umfangreichen Ermittlungsverfahren. Ursprünglich sei sogar gegen insgesamt zehn Mitarbeiter des Betriebes ermittelt worden. In acht Fällen sei das Verfahren jedoch eingestellt worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.11.2017 | 08:00 Uhr

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