Stand: 18.03.2016 16:31 Uhr

Experten untersuchen tonnenschweren Findling

Er ist wahrlich imposant: der 30 Tonnen schwere Findling, der am Donnerstag in mehreren Anläufen von einem Acker in Kroge (Landkreis Vechta) geborgen wurde. Jetzt steht er vor der Grundschule im Ort und soll dort die Schüler zu spannenden Referaten inspirieren. Doch nicht nur die Kinder sind von dem Riesen angetan, sondern auch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) - denn immerhin hat der Riese in seinem langen Leben schon einiges erlebt. Das LBEG will ihn deshalb genauer unter die Lupe nehmen.

Ein Bagger gräbt einen Findling aus. © NDR Fotograf: Timo Robben

Die Bergung des Findlings im Schnelldurchgang

Nach mehreren Anläufen und viel harter Arbeit ist der Findling aus Kroge endlich abtransportiert: Hier sehen Sie das langwierige Unterfangen noch einmal im Videoschnelldurchgang.

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Der Findling ist ein "Granitgneis-Block"

Der Findling ist mehr als eine Milliarde Jahre alt und wurde während der Saale-Eiszeit vor rund 200.000 Jahren von gewaltigen Gletschermassen aus Skandinavien nach Kroge transportiert. Schon sein Aussehen lässt einige Rückschlüsse zu: "Der Findling besteht aus hellgrauen, leicht rötlich-grauen Feldspäten und grau- bis dunkelgrauen Glimmern. Diese Mineralien sind typisch für einen Granit", sagt Heinz-Gerd Röhling, zuständiger Geologe beim LBEG. Die unterschiedlichen Schichten deuteten daraufhin, dass der Granit im tieferen Untergrund von anderen Gesteinsschichten überlagert wurde, sodass sich die Materialien unter großem Druck und hohen Temperaturen umwandelten. "Im Ergebnis haben wir es also mit einem Granitgneis-Block zu tun", so der Experte. Der Riesenstein gehört zu den größten Findlingen im nordwestlichen Niedersachsen und wird deshalb vom LBEG als schutzwürdiges Naturdenkmal eingestuft - vor der Grundschule in Kroge wartet er jetzt auf Besucher.

Findlings-Bergung mit Hindernissen

Schwierige Bergung

Doch bis der Findling an seinen neuen Platz "kullern" konnte, war es ein langer Weg: Die Bergungarbeiten am Donnerstag hatten es in sich. Baggerführer Ian Jeffrey Evans musste den Findling aus dem Acker "herauslöffeln". Weil der Bagger den Koloss nicht tragen konnte, musste er gerollt werden: Dafür hatte Evans zunächst mit der Baumaschine eine Rampe gebaggert und den Stein anschließend mit der Baggerschaufel hochgezogen. "Man kann sich dabei schnell verschätzen. Mir ist mal ein Stein kaputt gebrochen. Jetzt haben wir aber Glück gehabt", sagte Evans nach dem Manöver.

Erster Bergungsversuch scheitert

Ein erster Versuch, den Findling zu heben, hatte Donnerstagmorgen nach gut einer Stunde beendet werden müssen. Ein Kranführer brach die Arbeiten ab, weil er bei der großen Belastung um die Standfestigkeit seines Fahrzeugs fürchtete. Verantwortlich war neben dem unklaren Gewicht des Findlings vor allem der ungünstige Winkel, in dem der Riesen-Stein unter dem Acker lag. Am Ende klappte es doch: Mit dem Tieflader wurde der Findling vor die Grundschule in Kroge gebracht und dort aufgestellt.

Weitere Informationen
03:32 min

Schwierige Bergung des tonnenschweren Findlings

18.03.2016 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

In der kleinen Ortschaft Kroge hat ein Landwirt einen riesigen Findling entdeckt. Experten haben versucht, das Schwergewicht zu bergen. Doch so einfach ist das nicht. Video (03:32 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 17.03.2016 | 14:30 Uhr

mit Video

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