Stand: 19.02.2016 18:39 Uhr

Energie aus der Erde - Geothermiekraftwerk geplant

So soll es einmal aussehen, das Geothermiekraftwerk in Heede. (Grafik)

Geothermie - ist das eine Lösung für die Energiewende? Im emsländischen Heede will die Papenburger Hanrath Gruppe nun ein Modellprojekt auf den Weg bringen. Auf etwa 50 Millionen Euro schätzt der Projektleiter die Gesamtkosten für ein Kraftwerk bis zum geplanten Start 2018. "Der Startschuss zum Bau des geplanten Geothermie-Kraftwerkes in Heede kann erfolgen. Die Machbarkeitsstudie fällt besser als erwartet aus und bescheinigt dem Projekt eine positive Entwicklung", hieß es am Freitag von Hanrath. Die ersten Bohrungen sind für 2017 geplant. Das Prinzip der Geothermie klingt simpel: 5.000 Meter tief bohren - dort unten herrscht eine Temperatur von 150 bis 170 Grad Celsius. Dann wird kaltes Wasser hinunter- und anschließend wieder hochgepumpt. So entsteht Wasserdampf, mit dem sich Turbinen und Fernheizungen betreiben lassen.

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Keine Chemie, kaum Erdbebengefahr

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Diese Grafik zeigt das Prinzip der Geothermie.

Das hört sich ein bisschen an wie beim umstrittenen Fracking, doch es gibt einen großen Unterschied: Bei der Geothermie sind keinerlei sogenannte Stützmittel, also Chemikalien, nötig. Das bestätigt der Geophysiker Reinhard Jung NDR 1 Niedersachsen. Trotzdem gibt es auch Kritik an der Geothermie. Denn bei einigen Projekten, etwa in der Schweiz, hat diese Art der Energiegewinnung offenbar Erdbeben verursacht, die erhebliche Schäden angerichtet haben. Doch Jung ist guter Dinge für Heede. "Das ist ein Vorteil im Emsland, hier ist nicht mit Seismizität zu rechnen", sagt er.

Denn Seismizität, also Erdbeben in jeglicher Form, ist selten im Emsland. Auch induzierte Seismizität, das sind durch den Menschen herbeigeführte Erdbeben, gibt es kaum, da es keinen Bergbau und keine Stauseen in der Region gibt.