Stand: 09.01.2016 18:52 Uhr

Doch kein Bombenfund in Osnabrück

Für 1.500 Osnabrücker hat das Wochenende mit einer erfreulichen Nachricht begonnen. Wegen einer Bombenentschärfung sollten sie eigentlich am Sonntag ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Unter der Erde war ein Gegenstand geortet worden, den Experten für einen möglichen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hielten. Im Zuge der Vorbereitung für Sonntag habe man jetzt aber etwas tiefer gegraben, sagte eine Mitarbeiterin der Stadt am Sonnabend zu NDR.de, und dabei festgestellt: Es handelt sich nicht um eine Bombe. Das bedeutet: keine Entschärfung und keine Evakuierung.

Überbleibsel einer Brunnenbohrung

Ein Fund wie dieser sei immer "wie eine Wundertüte", hatte der zuständige Fachdienstleiter der Stadt, Jürgen Wiethäuper, schon im Vorfeld gesagt. So sei auch schon mal ein Blitzableiter oder eine Milchkanne anstelle einer Bombe ausgegraben worden. In diesem Fall war es eine sogenannte Spüllanze, die zum Bau eines Brunnens verwendet wird. Offenbar habe ein Kleingärtner vor Jahrzehnten vergeblich versucht, auf dem Gelände einen Brunnen zu bohren, teilte die Stadt auf ihrer Facebook-Seite mit.

Stichkanal wird auf Blindgänger abgesucht

Möglicherweise stehen den Osnabrückern aber in naher Zukunft noch einige Entschärfungen bevor. Im Stichkanal in Höhe der Haster Schleuse ist im Vorfeld von Baggerarbeiten der Kanalgrund auf Blindgänger abgesucht worden. Die Untersuchungen haben nach Angaben der Stadt mehr als 80 Verdachtspunkte ergeben. Die Objekte müssen nun einzeln freigelegt und identifiziert werden.

Vom 11. Januar bis voraussichtlich zum Ende des Monats werden Taucher jeweils zwischen 21 und 6 Uhr den Grund des Kanals absuchen. Sollten sie dabei tatsächlich auf Blindgänger stoßen, soll im Laufe eines Vormittags je nach Fundort ein Evakuierungsgebiet festgelegt und geräumt werden. In diesem Fall würden Einsatzkräfte die betroffenen Bürger aufsuchen und informieren. Anschließend würde die Bombenräumung beginnen. Wer Fragen zur möglichen Bombenräumung im Stichkanal hat, kann diese ab 11. Januar bis zum Ende der Arbeiten über das Bürgertelefon unter (0541) 323 44 90 klären. Die Stadt hat zudem eine Internetseite eingerichtet, auf der die Evakuierungsgebiete eingezeichnet sind.

Dieses Thema im Programm:

Regional Osnabrück | 28.12.2015 | 12:30 Uhr