Ein Vierteljahrhundert Umweltschutz

von Kora Blanken

Michael Dittrich hat doppelten Grund zu feiern. Denn mit dem Geburtstag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat der heutige Finanzchef 25-jähriges Dienstjubiläum. Gemeinsam mit dem ersten Generalsekretär, Fritz Brickwedde, nahm Dittrich am 1. März 1991 die Stiftungsarbeit in Osnabrück auf. Er erinnert sich noch gut an die ersten Tage: "Zunächst hatten wir gar kein Büro. Fritz Brickwedde arbeitete von seinem Wohnzimmer aus, ich von meinem eigenen Schreibtisch."

25 Jahre Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Kapital stammt aus Verkauf der Salzgitter AG

Anlass für die Gründung der DBU war die Privatisierung der Salzgitter AG. Der damalige Finanzminister Theo Waigel stellte die daraus freigewordenen 2,5 Milliarden D-Mark, umgerechnet etwa 1,3 Milliarden Euro, zur Verfügung. Damit habe man ein Signal aus dem Finanzministerium gesendet, sagte Waigel NDR.de. Denn: "Das Thema Umweltschutz war damals noch nicht so brennend."

Stiftung richtet Info-Points in IHK ein

Schon wenige Wochen nach Aufnahme der Stiftungsarbeit verteilten Generalsekretär Brickwedde und Finanzchef Dittrich in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium die ersten Millionen. So erhielten unter anderem die Industrie- und Handelskammern (IHK) eine umfassende Umweltberatung, die auch heute noch Wirkung zeigt. Damals seien in den Kammern der neuen Bundesländer unter anderem Informationsvermittlungsstellen zum betrieblichen Umweltschutz eingerichtet worden, so Hermann Hüwels vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Sie bestünden auch heute noch.

Auch Kulturgüterschutz steht im Mittelpunkt

Neben dem Umweltschutz hatte sich die DBU von Beginn an auch die Erhaltung von Kulturgütern zur Aufgabe gemacht. So flossen kurz nach Beginn der Stiftungsarbeit 4,4 Millionen D-Mark an die Thomaskirche in Leipzig, sagt Dittrich. Die als Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs bekannt gewordene Kirche sei wie viele Kulturgüter in der ehemaligen DDR von Umweltschäden stark betroffen gewesen.

Stiftungskapital ist weiter gewachsen

Mittlerweile sind mehr als 150 Mitarbeiter bei der DBU und ihren beiden Tochtergesellschaften beschäftigt. Rund 9.000 modellhafte und umweltentlastende Projekte hat die Stiftung mit insgesamt etwa 1,6 Milliarden Euro gefördert. Trotzdem ist das Stiftungskapital gewachsen - auf 2,1 Milliarden Euro. Das Geld sei mit einer Verzinsung von fast zehn Prozent zur Gründerzeit sehr günstig angelegt worden, erklärt DBU-Finanzchef Dittrich.

Wachsende Weltbevölkerung und Klimawandel sind Herausforderung

Für Dittrich ist die Geschichte der Stiftung eine Erfolgsstory, mit der er bei der Gründung vor 25 Jahren nicht gerechnet hätte. Doch er räumt ein, dass sie auch einen besorgniserregenden Hintergrund hat. "Die tägliche Berichterstattung zeigt, dass die Aufgaben sehr groß sind, etwa durch die ständig wachsende Weltbevölkerung und den Klimawandel." Die DBU, so Dittrich, könne diese Probleme nicht alleine lösen. "Wir sind ein kleiner Mosaikstein in einem großen Bild vieler Initiativen."