Stand: 11.10.2017 16:06 Uhr

Wesuwer Findelkind: Hinweistelefon geschaltet

Wer hat am frühen Montag ein neugeborenes Mädchen in einem Pappkarton vor dem Pfarrheim Wesuwe (Landkreis Emsland) ausgesetzt? Das Kind war in eine Decke eingewickelt, als es von einer Reinigungskraft der St.-Clemens-Kirchengemeinde gefunden wurde. Die Polizei sucht weiterhin mit Fotos der markanten Decke nach der Mutter des Säuglings und erhofft sich Hinweise aus der Bevölkerung. Das Kind war wahrscheinlich in der Nacht zu Montag zur Welt gekommen. Die Polizei in Meppen arbeitet mit mehreren Ermittlern an dem Fall und sucht nun Zeugen, die ein Auto oder Personen in der Nähe des Pfarrheims gesehen haben oder denen im Bekanntenkreis etwas aufgefallen ist.

Frau zeigt auf Haus

Decke soll Rätsel um Wesuwer Findelkind lösen

Hallo Niedersachsen -

Eingewickelt in eine Decke war ein neugeborenes Mädchen vor einem Pfarrhaus in Wesuwe abgelegt worden. Nun sucht die Polizei mit Fotos der markanten Decke nach der Mutter.

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Polizei nimmt auch anonyme Hinweise entgegen

Auch die Mutter des Kindes könnte nach der Geburt ärztliche Hilfe benötigt haben. Der strafrechtliche Aspekt sei erst einmal nachrangig, sagte ein Polizeisprecher. Dennoch: Das Aussetzen eines Kindes sei strafbar und könne eine Haftstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren nach sich ziehen. Das Kind ist laut Polizei eher hellhäutig und weist keine Verletzungen auf. Am Mittwoch schaltete die Polizei in Meppen ein Hinweistelefon. Unter der Nummer (05931) 94 94 44 hat dort jeder die Möglichkeit, nach kurzer Bandansage eine Sprachnachricht zu hinterlassen - auf Wunsch auch anonym.

Polizei sucht Mutter von Wesuwer Findelkind

Noch keine heiße Spur zur Mutter

In den vergangenen Tagen waren bereits zahlreiche Hinweise sowie gut gemeinte Hilfsangebote bei der Polizei eingegangen. Eine heiße Spur zur Mutter des Babys sei bislang aber noch nicht dabei gewesen, hieß es am Mittwoch. Das Mädchen war nach dem Auffinden sofort in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort hatten die Ärzte nach der Erstversorgung und einer umfangreichen Untersuchung festgestellt, dass es gesund und nicht unterkühlt war. Auf Nachfrage des NDR erklärte der Landkreis Emsland, dass das Kind in den nächsten Tagen noch im Krankenhaus bleibt.

Zunächst ist das Jugendamt Vormund

Prinzipiell sei das Jugendamt nun Vormund, die weitere Entwicklung müsse abgewartet werden. Sollte die Mutter sich melden oder ausfindig gemacht werden, ist es nicht gänzlich auszuschließen, dass das Kind bei ihr bleibt, so eine Sprecherin des Landkreises. Davor würde aber in jedem Fall die Lebenssituation des Säuglings bei der Mutter eingehend geprüft. Auch für den Fall, dass die Mutter nicht ausfindig gemacht werden kann oder das Kind nicht bei ihr bleiben kann, gibt es eine Regelung: Dann werde das Kind in den kommenden Tagen von einer Bereitschaftspflegefamilie aufgenommen.

Purer Zufall oder genau geplant?

Reinigungkraft Margret Specker hatte das Kind entdeckt - dabei hatte das kleine Mädchen entweder großes Glück oder jemand kannte genau die Abläufe in der Kirchengemeinde. Denn im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen sagte Specker, dass sie nur einmal pro Woche für eine Stunde ins Pfarrbüro kommt, um dort zu putzen. Montags sei das Büro in Wesuwe leer, dann arbeite dort niemand. Die 73-Jährige war nach eigenen Angaben "ziemlich geschockt", als sie das Kind entdeckte. Sie hatte zunächst nur ein Geräusch gehört und dann das kleine Mädchen unter einem Handtuch und in der Decke gefunden. Dann habe sie sofort die Polizei alarmiert und den Säugling im Karton ins warme Haus geholt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 10.10.2017 | 12:30 Uhr

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