Stand: 28.09.2017 19:23 Uhr

Cloppenburg stinkt's: Kritik an Schlachthof-Plänen

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Noch mehr Schweine im Landkreis Cloppenburg? (Archivbild)

Der italienische Fleischwarenproduzent Bresaole Pini will einen neuen Schlachthof bauen - und zwar im Landkreis Cloppenburg. Doch die Begeisterung darüber hält sich in Grenzen. Arbeitsplätze, zusätzliche Steuereinnahmen - solche Argumente verfangen bei Politikern in der von der Fleischindustrie geprägten Region nicht. Der Cloppenburger Landrat Johann Wimberg (CDU) etwa hält einen neuen Großschlachthof in seinem Landkreis für "unverträglich", ließ er am Donnerstag über einen Sprecher mitteilen. Die Nachteile für Umwelt und prekär Beschäftigte seien zu groß.

Landkreis mit bereits hoher Nutztierdichte

Die Probleme, die mit einer solchen Ansiedlung einhergingen, würden aus Sicht des Landrates die wirtschaftlichen Vorteile für die Region deutlich überwiegen. Wimberg verwies auf die großen Herausforderungen in Sachen Integration von Beschäftigten aus dem Ausland. Es sei zu erwarten, dass die überwiegende Zahl der Mitarbeiter über Werkverträge beschäftigt würde. Ebenso sei die Unterbringung der zu erwartenden neuen Mitarbeiter schwierig. Der Schlachthof ist dem Landrat zufolge aber auch wegen der landwirtschaftlichen Entwicklung und der Wasser- und Abwasserthematik ein Problem. Cloppenburg gehört zu den Landkreisen mit der höchsten Nutztierdichte in Deutschland.

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Lies will soziale Standards verlangen

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium bestätigte, dass es Gespräche auf Fachebene gegeben habe und in der Folge zwei Standortbesichtigungen, eine im Landkreis Göttingen und im Landkreis Cloppenburg. "Noch aber ist nichts fix", hieß es, Minister Olaf Lies (SPD) ist bisher nach eigenen Angaben nicht eingebunden, werde aber zügig das Gespräch mit dem Unternehmen suchen. Zur Größe des Schlachthofs könne das Ministerium keine Angaben machen. Allerdings wolle das Land keine Ausweitung von Werkvertragsbeschäftigung, sondern echte sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Betrieb. "Das werde ich den Verantwortlichen sehr deutlich sagen", betonte Lies. "Feste Arbeitsverträge und dann die Schaffung des notwendigen Wohnraums ist mein Anspruch." Das Unternehmen hat auf eine entsprechende Anfrage bislang nicht reagiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 28.09.2017 | 17:00 Uhr

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