Stand: 21.04.2017 20:10 Uhr

1.200 Jobs weg? Homann schließt zwei Werke

Der Feinkosthersteller Homann will seine Werke in Dissen und Bad Essen (Landkreis Osnabrück) schließen. 1.200 Mitarbeiter an den beiden Standorten werden dabei voraussichtlich ihren Job verlieren, so der Betriebsrat des Unternehmens in Dissen. Geplant ist die Schließung der Werke bis zum Jahr 2020. "Das ist für uns eine ganz bittere Nachricht", sagte Betriebsrat Andreas Staede. Hintergrund der Schließung: Der Eigentümer von Homann, Müller Milch, will seine Standorte bündeln.

Gebäude des Feinkostherstellers Homann.

Feinkosthersteller Homann schließt zwei Werke

Hallo Niedersachsen -

Der Feinkosthersteller Homann schließt zwei Werke mit insgesamt 1.200 Arbeitsstellen in Dissen und Bad Essen. Hintergrund der Schließung soll eine Bündelung der Standorte sein.

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Lies: "Hiobsbotschaft" für die Beschäftigten

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bezeichnete den geplanten Unternehmensumbau am Freitag als "Hiobsbotschaft" für die Beschäftigten. Das Land sei nicht von der aktuellen Entscheidung des Konzerns informiert worden und habe daher auch keine Möglichkeit gehabt, Argumente für die niedersächsischen Standorte vorzubringen. Der Minister kündigte an, das Gespräch mit dem Müller-Vorstand aufsuchen zu wollen, um ihn aufzufordern, die Schließung zu überdenken.

Zieht die Produktion nach Sachsen?

Bereits länger ist bekannt, dass Müller Milch an einer Umstrukturierung von Homann arbeitet. Mehrere Standorte gelten im Unternehmen als nicht rentabel genug. Die Standortfrage war bislang jedoch offen. Zuletzt hatte die Gemeinde Dissen sogar 20 Hektar Land zur Verfügung gestellt. Offenbar überzeugte das nicht. Die Produktion soll nun wahrscheinlich nach Sachsen an den Standort Leppersdorf verlagert werden. Wie es mit den Mitarbeitern in Dissen und Bad Essen weitergeht, ist offen. Der Betriebsrat in Dissen will das nach eigenen Angaben zunächst mit allen Beteiligten in Ruhe besprechen. Betriebsrat Staede befürchtet allerdings einen schleichenden Niedergang. Viele Fachkräfte würden sich jetzt nach neuen Jobs umschauen. Das Unternehmen kündigte an, allen Beschäftigten ein Angebot zum Wechsel an den neuen Standort zu machen.

Bereits eine Schließung im vergangenen Jahr

Schon im Juni vergangenen Jahres hatte Homann angekündigt, eine seiner drei Fabriken in Dissen dichtzumachen. Das rechtfertigte das Unternehmen mit gestiegenen Rohstoffpreisen und schwacher Nachfrage. Damals waren 70 Mitarbeiter betroffen, die unter anderem in Altersteilzeit gehen sollten oder in anderen Werken weiterarbeiten konnten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.04.2017 | 09:00 Uhr

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