Stand: 26.01.2016 21:30 Uhr

Flüchtlinge im Klassenraum - Anzeige gegen OB

In Delmenhorst wird der Platz für Flüchtlinge offenbar knapp. So knapp, dass der Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) nun auf eine Schule als Notquartier ausweichen will. Das ist zwar eigentlich nichts ungewöhnliches, in diesem Fall allerdings schon. Denn die etwa 60 Flüchtlinge sollen im laufenden Schulbetrieb in drei leerstehenden Klassenräumen leben. Das sorgt für Ärger in der Stadt und ein Elternpaar hat Jahnz bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg angezeigt. Das Ehepaar ist nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen der Meinung, dass die Flüchtlinge menschenunwürdig untergebracht werden und außerdem der Bildungsauftrag der Schule in Gefahr sei.

Schule braucht die Räume wieder selbst

Die Elternratsvorsitzende brachte sogar Köln ins Spiel: Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht hätten auch viele Eltern in Delmenhorst Angst, sagte sie. Nach den Plänen der Stadt sollen die Flüchtlinge einen separaten Eingang bekommen; auf dem Schulhof sollen Schüler und Flüchtlinge durch einen Bauzaun getrennt werden. Es sollen nur Familien und Frauen untergebracht werden, keine alleinstehenden Männer, hieß es weiter. Außerdem sollen die Räume zum neuen Schuljahr wieder frei sein - denn dann braucht die Schule wegen steigender Schülerzahlen den Trakt wieder selbst.

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