Stand: 25.09.2012 20:00 Uhr

Wal-Kadaver auf Juist wird nicht explodieren

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Die Insel Juist ist durch den Wal-Kadaver um eine Attraktion reicher.

Der auf der Nordseeinsel Juist gestrandete Wal-Kadavar stellt keine Gefahr für Spaziergänger und Insulaner dar, wie Experten in einer Untersuchung am Dienstag festgestellt haben. Zwar treten aus dem toten Tier Verwesungsgase aus, Explosionsgefahr bestehe aber nicht, sagte der Sprecher des Landkreises Aurich, Rainer Müller-Gummels. Denn die Gase, die im Innern des Kadavers durch Verwesung entstünden, könnten über die Verletzungen am Bauch und am Hinterteil entweichen. Sicherheitshalber solle der Fundort im Osten der ostfriesischen Insel dennoch abgesperrt werden.

Wal bleibt am Strand liegen

Eine Tierärztin sowie Mitarbeiter des Landkreises und der Nationalparkverwaltung besichtigten den acht Meter langen Kadaver, von dem ungefähr ein Drittel des Körpers fehlt. Eine Bergung gestalte sich schwierig, da die Stelle mit schwerem Gerät kaum erreichbar sei, sagte Müller-Gummels. Da keine Gefahr bestehe, müsse der Kadaver aber auch nicht abtransportiert werden. Ohne Zeitdruck könne nun über das weitere Vorgehen nachgedacht werden.

Todesursache noch unklar

Bei dem Tier handelt es sich Müller-Gummels zufolge um einen Mink- oder Zwergwal. Der starke Zersetzungszustand und das Fehlen einiger Körperteile ließen eine genauere Bestimmung allerdings nicht zu. Auch die Todesursache des Wals sei unklar. Jens Heyken, Leiter des Nationalparkhauses auf Juist, vermutet jedoch, dass der Wal eines natürlichen Todes gestorben ist. "Wie das in der Natur nun mal so üblich ist, werden Tiere entweder krank oder alt und sterben und das könnte auch hier der Fall sein", sagte er. Gestorben ist der Wal vermutlich schon vor gut zwei Wochen. Ob menschliche Einwirkungen im Spiel gewesen seien, ist laut Heyken nicht klar. Das sollen nun weitere Untersuchungen klären.

Falls die Überreste nun doch noch entsorgt werden müssen, weil sie zu sehr stinken, wird geprüft wer für die Kosten aufkommt. Doch bis dahin hat Juist eine Attraktion mehr, die auch bei Regen und Sturm Neugierige anlockt.