Stand: 11.04.2017 13:46 Uhr

Verdener wollte Rathaus in die Luft sprengen

Der 47-Jährige, der am Sonntag sein Auto in das Rathaus von Verden gesteuert hat und den Wagen anschließend in Brand setzte, wollte das Gebäude in die Luft sprengen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag aufgrund der Befragungen des am Tatort Festgenommen mit. Nach seinen Angaben wollte er mit der Aktion seinem Ärger über die Genehmigung und Errichtung eines Mehrfamilienwohnhauses auf seinem Nachbargrundstück Luft machen. Einen eigenen Antrag hatte er dagegen nicht eingereicht. In dem schwer beschädigten Gebäude befindet sich auch das Bauamt. Der bislang unbestrafte Beschuldigte befindet sich jetzt in einer Justizvollzugsanstalt. Direkt nachdem der Mann den BMW seiner Frau ins Rathaus gesteuert und in Brand gesetzt hatte, hatte er sich noch am Tatort ohne Widerstand festnehmen lassen.

Gasflasche sollte im Kofferraum explodieren

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, ist nun klar, dass der 47-Jährige die im Auto mitgeführte Elf-Kilogramm-Propangasflasche zur Explosion bringen wollte. Er wies die Einsatzkräfte von sich aus auf die Gefahr hin. Wegen der Hitze im brennenden Auto war laut Feuerwehr durch ein Überdruckventil schon etwas Gas ausgetreten. Vermutlich durch die eingebaute Sicherheitsvorrichtung kam es aber nicht zum Zerbersten der Stahlflasche. Menschen kamen bei dem Anschlag nicht zu Schaden, auch der Festgenommene blieb unverletzt. Als erste Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr nur wenige Minuten nach Auslösung des Alarms vor Ort eintrafen, brannte das Foyer bereits lichterloh. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

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Bürgermeister von Tat geschockt

Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) zeigte sich am Montag schockiert. "Traurig und unvorstellbar", nannte Brockmann den Vorfall auf einer Pressekonferenz. "Verständnis für die Tat kann keiner haben." Entgegen ersten Medienberichten kenne die Stadtverwaltung den 47-jährigen Angreifer nicht. Er habe auch keinen eigenen Bauantrag gestellt, sagte der Bürgermeister. Zunächst hatten Medien darüber spekuliert, dass ein abgelehnter Antrag ein Motiv für die Tat sein könnte. Der Mann sei der Polizei bisher nur durch kleinere Delikte aufgefallen, er gehöre nach bisherigen Erkenntnissen auch keiner radikalen Gruppierung wie etwa den Reichsbürgern an.

Bürgermeister: "Versicherung deckt Schaden"

Nach der Auto-Attacke auf das Bürgerbüro bleibt das Gebäude erst einmal geschlossen. Bürgermeister Brockmann riet den Bürgern, in den kommenden Tagen nur mit wichtigen Anliegen ins Rathaus zu kommen. Der Betrieb der Stadtverwaltung könne aber aller Voraussicht nach weitgehend aufrecht erhalten werden. Froh sei man darüber, dass die Versicherung den Schaden abdecke, so Brockmann. Für die Mitarbeiter habe man inzwischen Ersatzbüros gefunden. Bis das Gebäude wieder für den Publikumsverkehr frei sei, würden Monate vergehen.

Millionenschaden in Verdener Rathaus

Feuerwehr verhindert größeren Schaden

Den ersten Schätzungen der Ermittler zufolge entstand ein Schaden von mindestens einer Million Euro. Bei der Fahrt ins Foyer und dem Brand wurden unter anderem die Stützbalken vollständig zerstört. Löschwasser und Rauch setzten dem Gebäude stark zu. Nach dem Brand des Rathauses musste das Gebäude nach Feuerwehrangaben mit mehreren Hochleistungslüftern belüftet werden. Zudem sei mit einem Wassersauger Löschwasser aufgenommen worden, um weiteren Schaden an Akten und Elektronik zu verhindern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 10.04.2017 | 17:00 Uhr

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