Stand: 24.08.2017 19:28 Uhr

Verden: Familienvater gesteht Tötung seiner Frau

Am Landgericht Verden hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 42-jährigen Familienvater begonnen. Ihm wird vorgeworfen, Anfang März seine Frau - die Mutter seiner sieben Kinder - erstochen zu haben. Zum Prozessauftakt gestand der Mann die Tat, die eine Kurzschlussreaktion gewesen sei. Das geht nach Angaben einer Gerichtssprecherin aus einer schriftlichen Erklärung des Angeklagten hervor.

Ehemann dachte, seine Frau betrüge ihn

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft tötete der Iraker seine Frau, um die Familienehre zu retten. Er habe vermutet, dass seine Frau fremdgehe und die Söhne nicht von ihm stammten. Die Ehefrau hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrmals allein das Haus verlassen, um einen Deutschkurs zu besuchen. Der 42-Jährige habe am Tattag auf einen Moment gewartet, an dem die Kinder nicht im Haus waren. Als die Frau am Herd Essen kochte, habe er 17-mal mit einem großen Messer zugestochen. Die Frau starb noch am Tatort.

2014 aus dem Irak geflüchtet

Der Angeklagte gab vor Gericht an, er sei im Alter von 14 Jahren mit der zehn Jahre älteren Frau verheiratet worden. 2014 flüchtete das Paar mit den sieben Kindern aus dem Irak nach Deutschland. Offenbar gab es in der Ehe häufig Streit, der Mann soll seine Frau zudem mehrfach geschlagen haben.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Ein Urteil wird im Oktober erwartet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.08.2017 | 08:00 Uhr

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