Stand: 17.10.2017 19:15 Uhr

Verdächtiger gesteht Missbrauch von Vierjähriger

Ein 24-jähriger Mann aus Brake (Landkreis Wesermarsch) hat zugegeben, ein vierjähriges Mädchen schwer sexuell missbraucht zu haben. Er habe die Taten gegenüber den Ermittlern eingeräumt, teilte der Pflichtverteidiger des Beschuldigten mit. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas Klinge, bestätigte, dass der 24-Jährige sich bereits in der vergangenen Woche vor dem Haftrichter geständig gezeigt habe. Die Polizei hatte den Küchen-Monteur im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung festnehmen können, nachdem das Bundeskriminalamt Fotos des Opfers veröffentlicht hatte.

Bekannter soll Material verbreitet haben

Sein Mandant habe das Tatgeschehen eingeräumt und werde weiter aussagen, so Anwalt Torsten Rückholdt in einer Presseerklärung. Es stimme, dass der 24-Jährige Bilder und Videos von dem Missbrauch angefertigt habe. Allerdings bestreite er, das Material selbst im sogenannten Darknet, dem schwer zugänglichen Teil des Internets, verbreitet zu haben. Dies habe ein Bekannter, an den er die Filme weitergeleitet hatte, gegen seinen Willen getan, so der Anwalt. Klinge zufolge hat der Beschuldigte keinen Namen genannt. Ob die Ermittler weitere Verdächtige im Visier haben, wollte der Oberstaatsanwalt nicht sagen.

Handy konnte nicht gefunden werden

Nach Angaben des Anwalts hat der Beschuldigte selbst auf den Verbleib seiner Computer-Festplatten hingewiesen, die Beamte im Weser-Schlick nahe der Wohnung des Mannes fanden. Er habe andere Bild- und Videodateien, die er aus dem Internet geladen hatte, vernichten wollen. "Man muss prüfen, ob die Daten zu verwerten sind. Das wird eine Weile dauern", sagte Klinge. Vom Handy des Mannes haben die Ermittler dagegen noch keine Spur. "Die Angaben hierzu waren zu vage. Das Gebiet, in dem das Handy liegen soll, ist zu groß", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

24-Jähriger will in Behandlung

Der Pflichtverteidiger betonte, dass seinem Mandanten bewusst sei, welches Leid er verursacht habe und dass er bei der Aufklärung mitwirken wolle. Insbesondere wolle er damit erreichen, dass eine Vernehmung der Vierjährigen entbehrlich wird, so der Anwalt. Der 24-Jährige betrachte seine Neigungen selbst als strafbar und krankhaft und wolle sich während einer Haft in therapeutische Behandlung begeben. Das missbrauchte Mädchen und die Mutter werden unterdessen von der Opferschutzorganisation Weißer Ring psychologisch betreut und auch finanziell unterstützt. Für die Familie werde nach einer neuen Wohnung gesucht, damit sie aus dem alten Umfeld rauskomme, so ein Sprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 17.10.2017 | 17:00 Uhr