Stand: 03.02.2016 19:06 Uhr

Sturm über Niedersachsen abgeflaut

Nach einer stürmischen Nacht ist der Wind am Mittwoch in Niedersachsen weitgehend abgeflaut. Größere Schäden richteten aber auch die nächtlichen Böen nicht mehr an. Am Dienstag hatten orkanartige Stürme für teils schwere Unfälle und Zugausfälle gesorgt - bei Bockenem starb ein Mensch. Nur noch im Oberharz weht der Wind noch kräftig.

Windböen fegen Laster von der Straße

Der starke Wind brachte so manchen Autofahrer in Gefahr. Auf der Kreisstraße 87 bei Wilhelmshaven wurde am Dienstag sogar ein Sattelzug mit 25 Tonnen Maissilage auf dem Weg nach Hohenkirchen von einer Sturmböe erfasst und in einen Graben gedrückt. Dabei entstand nach Polizeiangaben ein Schaden von rund 100.000 Euro. Der 47 Jahre alte Fahrer blieb unverletzt. Auch im Ammerland hinterließ der heftige Wind seine Spuren. Dort fegte eine Böe einen Milchlaster von der Straße. Der Fahrer versuchte gegenzulenken, konnte den Lkw aber nicht mehr abfangen. Er prallte gegen einen Baum, der Laster kippte in den Graben - und zehntausende Liter Milch mussten abgepumpt werden. Laut Polizei blieb der Fahrer unverletzt. Doch auch die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig: Der erste herbeigerufene Bergungskran konnte dem starken Wind ebenfalls nicht standhalten und kippte um.

Rettungswagen stürzt um

Besonders tragisch war ein Unfall bei Bockenem im Landkreis Hildesheim: Ein Rettungswagen war mit einem Patienten unterwegs, als er zwischen Bockenem und dem Ortsteil Mahlum von einer Windböe erfasst wurde. Der Wagen kam von der Fahrbahn ab, streifte einen Baum und blieb dann im Straßengraben liegen. Der Patient in dem Rettungswagen starb. Ob er an den Unfallfolgen oder seiner Erkrankung starb, ist noch unklar. Ein Sanitäter erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen.

Zugausfälle im Harz

Bereits am Montag und in der Nacht zum Dienstag hatte der DWD im Harz Spitzenwindgeschwindigkeiten bis zum 130 Stundenkilometer gemessen. Sie verursachten etliche Zugausfälle. Betroffen waren davon die Harzquerbahn und die Brockenbahn. Allein in einem Tal zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne stürzten 100 Fichten auf die Schienen, teilte die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) GmbH mit. Die Bundesstraße 6 bei Jerstedt im Landkreis Goslar konnte erst nach zehnstündiger Vollsperrung freigegeben werden. Dort hatten Windböen am Montagnachmittag einen Sattelzug umgerissen, der mit Styropor beladen war.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 02.02.2016 | 14:00 Uhr