Stand: 26.09.2017 19:07 Uhr

Stellenabbau und Verkaufsgerüchte im Nordwesten

Der Windkraftbranche geht es alles andere als gut. Einer der Gründe ist der Preisdruck: Laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen Windparkprojekte in vielen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Indien öffentlich ausgeschrieben werden. Den Preisdruck im Wettbewerb geben die Windparkbauer an ihre Zulieferer weiter - die Margen sinken, immer mehr Hersteller müssen Personal abbauen. Der Rotorblatt-Hersteller Carbon Rotec in Lemwerder in der Wesermarsch hat seinen wichtigsten Kunden verloren: Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat die Aufträge zum Jahresende gekündigt, weil er selbst Probleme hat. Nun sollen 320 der 460 Mitarbeiter von Carbon Rotec gehen.

Zahl der Streichungen höher als erwartet

Wer Ende dieses Jahres seinen Arbeitsplatz verliert und wer bleiben kann, weiß die Belegschaft noch nicht. "Da sind jetzt alle verunsichert, zumal es in der Windkraftbranche gerade sehr schwer ist, Arbeit zu finden, wenn alle Personal abbauen", sagt Ralph Schäfer von der Gewerkschaft IG Metall. Dass Stellenstreichungen drohen, hatte sich bereits im Sommer angedeutet. Da war allerdings noch von 200 Mitarbeitern die Rede. Der Geschäftsführer habe noch versucht, Aufträge aus dem Brücken- oder Flugzeugbau zu erhalten - ohne Erfolg. Betriebsrat, Gewerkschaft und Geschäftsführer verhandeln nun über einen Sozialplan.

Verkauf von Premium Aerotec? Kein Kommentar

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Derweil gibt es Spekulationen bezüglich eines noch größeren Arbeitgebers im Nordwesten: Zeitungen zufolge plant der Flugzeugbauer Airbus einen Verkauf seines Tochterunternehmens Premium Aerotec an den kanadischen Finanzinvestor Onex. Zuerst hatte die "Welt" am Sonnabend darüber berichtet. Airbus will sich zu den Meldungen nicht äußern. "Wir kommentieren keine Gerüchte. Die generelle Entscheidung, Premium Aerotec einmal zu veräußern, ist vor vielen Jahren gefallen", heißt es aus der Konzernzentrale. Auch die Betriebsratsvorsitzenden wollten keine Stellung nehmen. Hauptstandorte des Zulieferers von Rumpfteilen sind in Niedersachsen Nordenham (Landkreis Wesermarsch) und Varel (Landkreis Friesland). Hier arbeiten insgesamt rund 4.500 Beschäftigte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.09.2017 | 19:00 Uhr

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