Stand: 28.02.2016 08:32 Uhr

Sand-Verklappung: Widerstand jetzt auch auf Borkum

Auf der ostfriesischen Insel Borkum regt sich Widerstand gegen eine mögliche Verklappung von rund 2,3 Millionen Kubikmeter Schlick aus der Ems. Die Niederlande hatten vor rund zwei Wochen angekündigt, einen Teil der Ems ausbaggern zu wollen, um mit schwerbeladenen Kohleschiffen das Kraftwerk in Eemshaven versorgen zu können. Nach niederländischen Plänen soll der Aushub anschließend nordwestlich von Borkum verklappt werden. Nach Bekanntwerden des Vorhabens hatten Umweltschützer Alarm geschlagen und gewarnt, dass das Nahrungsangebot für Fische und Seevögel beeinträchtigt werden könnte. Nun hat sich Borkums Bürgermeister Georg Lübben (parteilos) der Kritik angeschlossen. Er warnt vor einem "erheblichem Eingriff in die Natur, der nicht erforderlich ist".

Die niederländische Wasserbaubehörde Rijkswaterstaat hat eine deutsche Genehmigung beantragt. Dies hatte das Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserbetrieb, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Februar bekannt gegeben.

Scharfe Kritik von Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative "Rettet die Ems" hatte die Pläne aus dem Nachbarland danach mit deutlichen Worten kritisiert. "Ich bin entsetzt darüber, dass die Niederlande den Sand in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet verklappen wollen", sagte Sprecher Hajo Rutenberg im Gespräch mit NDR.de. Er hoffe, dass die Landesregierung ihr Veto einlegt. Es sei nicht nachvollziehbar, warum der Sand nicht auf hoher See verklappt werden könne. Die höheren Kosten dürften kein Argument sein.

Gebiet vor Borkum unter Naturschutz

Im Gebiet, in dem sich die Niederländer des Schlicks entledigen wollen, gilt eigentlich ein Verklappungsverbot, weil der Seeraum rund um das Borkum Riff unter Naturschutz steht. Die Niederländer wollten dafür eine Ausnahme über das Bundesnaturschutzgesetz erreichen, sagte ein Sprecher des NLWKN. Auch Naturschutzvereine können in dem Verfahren Stellung beziehen. Vorhersagen, wie sich die Vertiefung und die Verklappung auswirken, gelten als problematisch.

Auswirkungen sollen geprüft werden

Die Auswirkungen soll nach Willen des NLWKN ein deutsch-niederländisches Sediment-Management prüfen. Über den Antrag der Niederländer entscheidet das NLWKN in Brake. Wann dies passiert, konnte eine Sprecherin der Behörde auf Anfrage von NDR.de zunächst nicht sagen.

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Hallo Niedersachsen | 27.02.2016 | 19:30 Uhr