Stand: 09.03.2016 13:13 Uhr

Ritterhude: Ermittler stellen Beweismaterial sicher

Die Staatsanwaltschaft Verden hat bei ihrer Razzia, die im Zusammenhang mit der Explosion der Chemiefabrik Organo Fluid in Ritterhude (Landkreis Osterholz) steht, große Mengen elektronischer Speichermedien sichergestellt. Dazu wurden nach Angaben der Anklagebehörde am Dienstag unter anderem Räume des Gewerbeaufsichtsamtes Cuxhaven sowie Geschäftsräume in Ritterhude, Osterholz-Scharmbeck und Neuenkirchen (Landkreis Diepholz) durchsucht.

Staatsanwaltschaft: "Auswertung Kleinstarbeit"

Die Medien müssten nun in mühevoller Kleinstarbeit ausgewertet werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamtes Cuxhaven und die Geschäftsführung von Organo Fluid stehen nach Behördenangaben unter Korruptionsverdacht. "Es ist richtig, dass wir gegen einen Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamtes wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermitteln", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nach Informationen des NDR Fernsehregionalmagazins Hallo Niedersachsen handelt es sich um den Mitarbeiter, der der Chemiefabrik in den vergangenen Jahren mehrere Genehmigungen erteilt hat, unter anderem auch für die Verbrennung giftigen Chemiemülls. Dem NDR sagte der Beschuldigte: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen." Anwohner hatten schon seit Jahren den Verdacht geäußert, dass die Betreiber der Chemiefabrik illegal deutlich größere Mengen Chemikalien verarbeitet und gelagert hatten, als inmitten der Wohnbebauung zulässig war.

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Spuren eines verheerenden Unfalls

Die Explosion in Ritterhude im September 2014 hat einen Mitarbeiter das Leben gekostet und zahlreiche Häuser beschädigt. Die Konsequenzen des Unfalls für Anwohner, Behörden und Betreiber sind langwierig. Bildergalerie

Erste Durchsuchung ohne Konsequenzen

Bereits vor einem Jahr hatte es im Gewerbeaufsichtsamt Cuxhaven eine Durchsuchung gegeben. Dabei hatten die Ermittler aber nicht genügend Hinweise für eine Anklage gefunden. Ob das dieses Mal anders war, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen.

Mitarbeiter stirbt bei Explosion

Bei der Explosion der Chemiefabrik Organo Fluid im September 2014 war ein Mitarbeiter getötet worden. Zahlreiche Häuser in der Umgebung wurden so stark beschädigt, dass sie unbewohnbar waren. Eineinhalb Jahre nach der Explosion versucht die Staatsanwaltschaft herauszufinden, wer für die Explosion, bei der ein Arbeiter starb, verantwortlich ist.

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6.500 Tonnen verseuchte Erde müssen weg

In Ritterhude soll bis Juni die Sanierung des Geländes der explodierten Chemiefabrik Organo Fluid abgeschlossen werden. Was danach mit dem Areal passiert, ist noch unklar. (03.02.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.03.2016 | 16:00 Uhr