Stand: 19.09.2015 13:00 Uhr

"Norwegian Escape" wird für Nordsee fit gemacht

Die "Norwegian Escape" hat im niederländischen Eemshaven festgemacht. Am kommenden Donnerstag soll sie von dort zu einer technischen und nautischen Probefahrt in die Nordsee aufbrechen. Bis dahin müssen noch fehlende Rettungsboote eingehängt werden, der Mast montiert sowie Proviant, Brennstoff und Trinkwasser gebunkert werden. Dann geht es raus auf die Nordsee. Letzte Arbeiten und das Training der Crew sind im weiteren Verlauf in Bremerhaven geplant. Im Oktober soll das Schiff dann an die Reederei Norwegian Cruise Line übergeben werden.

"Norwegian Escape" auf der Ems bei Weener. © NDR Fotograf: Oliver Gressieker

"Escape" im Zeitraffer auf Nordsee-Kurs

In geraffter Zeit verlässt die "Norwegian Escape" Papenburg, lässt Weener hinter sich und zieht an Leer vorbei. Am Sonnabend hat das Kreuzfahrtschiff Eemshaven erreicht.

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Knapp 15 Stunden Ems-Passage

Der mehr als 300 Meter lange Ozeanriese "Norwegian Escape" hatte am Sonnabendmorgen gegen vier Uhr das Nadelöhr Ems durch das Emssperrwerk bei Gandersum verlassen und Kurs Richtung Eemshaven genommen. Das neue Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft hatte am Freitag viele Stunden auf der Ems verbracht. Am Mittag gegen 13.30 Uhr wurde die "Norwegian Escape" aus dem Hafenbecken der Meyer Werft in Papenburg über die Ems in Richtung Sperrwerk geschleppt. Gegen 19.30 Uhr hatte das Schiff die Friesenbrücke bei Weener passiert - nach einem langsamen Start war es dort dann doch Stunden eher als erwartet eingetroffen. Um kurz vor 22 Uhr hatte der Luxusliner die Jann-Berghaus-Brücke bei Leer erreicht. Am späten Freitagabend war die "Escape" dann am Emssperrwerk eingetroffen.

Ein Luxusliner auf dem Weg zur Nordsee

NLWKN: "Eingefangene Tide und Pumpen bringen erforderlichen Wasserstand"

Am Sperrwerk mussten die Beteiligten auf die nächste Flut auf Seeseite warten. Erst als die Ems hoch genug aufgelaufen war, wurde das Sperrwerk geöffnet. "Mithilfe der eingefangenen Tide und einer mehrstündigen Pumpleistung konnte der für die Überführung erforderliche Wasserstand von 2,70 Metern über Normalhöhennull hergestellt werden", berichtet Reinhard Backer vom NLWKN in Aurich.

Werft: Alles läuft planmäßig

Zuerst war die "Escape" nur im Schneckentempo vorangekommen. Nach Angaben von Peter Hackmann, Sprecher der Meyer Werft, lief bei der Emsüberführung trotz des zunächst geringen Tempos aber alles nach Plan. Der erste Teil der Fahrt sei etwas schwieriger, daher sei es dort langsamer vorangegangen. Sicherheit gehe vor Schnelligkeit, so Hackmann.

Ein Deck mehr als die Vorgänger

Seit dem Ausdocken am 15. August lag die "Escape" am Ausrüstungspier der Werft. Der 326 Meter lange und 41 Meter breite Luxusliner wurde aus insgesamt 70 Blöcken zusammengesetzt. Er ist das erste Schiff der "Breakaway-Plus-Klasse" für die Reederei Norwegian Cruise Line. Die "Escape" hat 18 Decks und somit eins mehr als die Vorgänger "Norwegian Breakaway" und "Norwegian Getaway", die im April 2013 beziehungsweise im Januar 2014 abgeliefert worden waren. Insgesamt bietet die "Escape" Platz für mehr als 4.200 Passagiere und 1.700 Besatzungsmitglieder.

Tausende Kilometer Kabel und Rohrleitungen

Zum Interieur des Luxusliners gehören ein Theater mit 815 Sitzplätzen, 15 Restaurants, acht Bars, ein Kino sowie diverse Spas. Die maritime Malerei mit tropischen Fischen, Stachelrochen und Meeresschildkröten am Bug des Schiffes wurde nach einem Entwurf des Meerestier-Künstlers und Naturschützers Guy Harvey mit einem Laser aufgebracht. Der 59-jährige Jamaikaner hatte sich im Juli selbst ein Bild von der Arbeit in Papenburg gemacht. Das Gesamtgewicht der verwendeten Farbe beträgt rund 300 Tonnen, außerdem wurden 2.200 Kilometer Kabel und 400 Kilometer Rohrleitungen verlegt. Mitte Oktober soll das Schiff an die Reederei übergeben werden.

Karte: Etappen der "Escape"-Überführung
Videos
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Ozeanriese "Norwegian Escape" fährt über die Ems

18.09.2015 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Der neue Luxusliner "Norwegian Escape" hat die Papenburger Meyer Werft verlassen: Erste Station für das 326 Meter lange Schiff ist das Emssperrwerk - dann geht es zur Nordsee. (18.09.2015) Video (03:03 min)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.09.2015 | 19:00 Uhr