Stand: 19.03.2016 17:00 Uhr

Nach Umbau: Nationalparkhaus zeigt Leben im Watt

von Matthias Schuch

Es ist warm, laut und stickig im Saal des Nationalparkhauses in Minsen im Wangerland. Kein Wunder, schließlich drängen sich rund 150 Menschen im Raum, dicht an dicht. Sie reden miteinander, schauen sich interessiert die Schautafeln an den Wänden an. Es geht um erneuerbare Energien, die Sicherheit auf See und um den Naturschutz im Wattenmeer. Am Freitag ist das Nationalparkhaus wieder eröffnet worden. Eineinhalb Jahre war das kleine Museum wegen Umbauarbeiten geschlossen - eine riesige Baustelle. Generalüberholt wurde es, sowohl das historische Gebäude als auch die Ausstellung im Inneren.

Nationalparkhaus Wangerland wiedereröffnet

"Auf den letzten Drücker fertig geworden"

"Das war schon eine Menge Arbeit. Jetzt sind wir erst einmal froh, dass alles noch vor Ostern geklappt hat", erzählt Ralf Sinning. Er ist der Leiter des Nationalparkhauses - und wirkt auch ein bisschen stolz, wenn er über den Umbau spricht. Von Anfang an war der grauhaarige Mann dabei. Heute kommt er aus dem Händeschütteln kaum heraus. "Mit der Planung haben wir schon 2014 angefangen, schon da war klar, dass wir alles hier mal richtig umkrempeln müssen." Und dann die Bauarbeiten: "Wir sind wirklich auf den letzten Drücker fertig geworden." Tatsächlich sei es gar nicht selbstverständlich gewesen, dass es überhaupt mit der Wiedereröffnung zur Sommersaison 2016 klappen würde.

Plötzlich muss kernsaniert werden

"Wir waren schon mitten in den Umbauarbeiten, als wir festgestellt haben, dass der Dachstuhl in unserem historischen Haus völlig marode ist", erklärt Sinning. Anstatt einfach nur alles ein bisschen neu und schöner zu machen, musste das Team plötzlich die Kernsanierung des gesamten Hauses mit einplanen. Und so wurden die ursprünglich veranschlagten Mittel knapp. "Zum Glück haben wir mit diversen Spendern und Förderern eine Lösung gefunden", erzählt Sinning. Die Gemeinde Wangerland habe das Projekt mit "ordentlich Geld" unterstützt. Das habe sich gelohnt - "das Ergebnis ist wirklich schön geworden". Das sehen auch die Gäste der Eröffnungsfeier so: Mitarbeiter von Nationalpark und Tourismusverbänden, Lokalpolitiker und neugierige Nachbarn aus dem kleinen Dorf sind gekommen und wollen sehen, wie es in ihrem "neuen, alten Nationalparkhaus" nun aussieht. Die weitgehend einhellige Meinung: gelungen!

Wattenmeer-Bewohner in vier Becken

Möwen, Seeschwalben, Seehunde - sie stehen ausgestopft im vorderen Teil des Hauses. Dort geht es um den zu schützenden Naturraum Wattenmeer. Dahinter, im großen Saal, werden die großen Zusammenhänge der Nordsee erklärt: Wirtschaft, Geologie, Verkehr. Und noch einen Raum weiter kommt schließlich der Teil der Anlage, auf den Leiter Sinning besonders stolz ist: das Nordsee-Aquarium. In vier großen Becken können Besucher bald die Unterwasser-Bewohner des Wattenmeers kennenlernen. Zur Zeit sind die Becken allerdings noch nicht ganz gefüllt. "Tatsächlich sollen da noch einige Fische mehr rein", sagt Sinning. "Unseren Grundstock haben wir von den befreundeten Aquarien in Wilhelmshaven und dem Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch bekommen."

Der Rest soll in den kommenden Wochen selbst gefangen werden, "indem wir mit einem Kutter hinausfahren und die Fische aus dem Beifang für unser Aquarium retten". Schließlich sei die Nordsee ja direkt vor der Haustür. Einen ganz besonderen Wunsch für die nächste Ausfahrt im April hat Sinning schon: "Ich würde mich total freuen, wenn wir einen Seehasen kriegen würden. Mal sehen, ob das klappt."