Stand: 07.03.2016 12:32 Uhr

NDR.de begleitet die "Ovation" über die Ems

von Oliver Gressieker
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Mit mehreren Schleppern an ihrer Seite wird die "Ovation of the Seas" in Kürze über die Ems überführt. (Archivbild)

Kreuzfahrtfans aus dem ganzen Land bekommen langsam aber sicher wieder schwitzige Hände. Denn gegen Ende der Woche soll der neueste Luxusliner der Papenburger Meyer Werft, die "Ovation of the Seas", über die Ems überführt werden. Um bei diesem Spektakel dabeisein zu können, planen die wahren Enthusiasten entsprechend ihren Urlaub und nehmen zum Teil eine Anreise von Hunderten Kilometern in Kauf. Und das, obwohl sich der Termin aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen häufig noch kurzfristig verschiebt.

Karte: Emsüberführung: Wir senden live von 12 Standorten

Erstmals durchgehender Livestream mit zwei Teams

Die sicherste Variante, die Überführung nicht zu verpassen, ist daher der Livestream von NDR.de. Zum ersten Mal wird die Online-Redaktion mit zwei Teams im Einsatz sein, um die erste Reise der "Ovation" möglichst durchgehend zu übertragen. Während das eine Team live sendet, wechselt das zweite Team auf der anderen Seite der Ems zum nächsten Standort. Sobald das Schiff dort ins Bild kommt, wird in der Regie in Hannover umgeschaltet und das bisher sendende Team wiederum fährt weiter an den folgenden Übertragungspunkt. Neben den bekannten Stellen wie der Papenburger Dockschleuse, der Friesenbrücke in Weener, der Jann-Berghaus-Brücke in Leer und dem Ems-Sperrwerk in Gandersum werden so erstmals auch Bilder von den Zwischenabschnitten live zu sehen sein. Besonders interessant dürfte dies auf dem ersten Abschnitt zwischen Papenburg und Weener sein, wo die zuletzt überführten Kreuzfahrtriesen wie die "Norwegian Escape" oder die "Anthem of the Seas" aufgrund ihrer extremen Größe besonders langsam unterwegs waren.

Die "Ovation" von innen - erste Einblicke

Zeitplan bis zuletzt flexibel

Insgesamt zwölf Kamerastandorte - sechs auf jeder Seite der Ems - sind für den Livestream eingeplant. Ob von allen gesendet werden kann, wird unter anderem davon abhängen, wann die "Ovation oft the Seas" letztendlich den Werfthafen in Papenburg verlässt. So müsste der Übertragungsplan zum Beispiel im Falle einer nächtlichen Überführung den Gegebenheiten angepasst werden. Außerdem könnten einzelne Standorte weggelassen werden, falls der Kreuzfahrtriese bestimmte Streckenabschnitte schneller als erwartet zurücklegen sollte.

Wind und Tide sind die entscheidenden Faktoren

Die Bestimmung des idealen Ablege-Termins ist derweil ein Prozess, der erheblichen organisatorischen Aufwand erfordert. In den Tagen vor der geplanten Überführung setzen sich die Vertreter der Meyer Werft, des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), des Wasser- und Schifffahrtsamts Emden und der Lotsenbrüderschaft immer wieder zusammen, um die Wetter- und Tidebedingungen abzuwägen. "Das Schiff bietet aufgrund seiner Größe eine erhebliche Angriffsfläche. Deshalb darf der Wind nicht zu stark sein", sagte NLWKN-Sprecher Achim Stolz im Gespräch mit NDR.de. "Außerdem ist es wichtig, dass wir am Sperrwerk eine möglichst hohe Tide einfangen. Dann brauchen wir weniger oder gar nicht zu pumpen, um einen ausreichenden Wasserstand gewährleisten zu können." Nach Abwägung dieser Faktoren würden die Beteiligten schließlich eine gemeinschaftliche Entscheidung fällen, so Stolz.

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