Stand: 06.01.2016 21:04 Uhr

Mietweihnachtsbäume kommen ins Winterquartier

von Frank Jakobs

Wer keine Lust hatte, sich für Weihnachtstage einen Baum zu fällen und gerne einen etwas nachhaltigeren Tannenbaum haben wollte, der konnte sich in Bad Zwischenahn eine Tanne mieten. Kersten Scholz hatte gemeinsam mit seinem Bruder diese ungewöhnliche Idee. Jetzt ist die Mietzeit abgelaufen und die die beiden Brüder holen ihre Wandertannen wieder ab.

Kersten Scholz lächelt in die Kamera. © NDR Fotograf: Frank Jakobs

"Man kann sagen, es ist ganz gut gelaufen"

Helge Scholz hat zusammen mit seinem Bruder Kersten einen Mietservice für Weihnachtsbäume ins Leben gerufen. Jetzt haben sie Bilanz gezogen und erkannt, was sie noch verbessern können.

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Ein Teil der Tannen überlebt Weihnachten nicht

Ein Kastenwagen mit Anhänger kommt beim Autohaus Elstermann in Edewecht vorgefahren. Inhaber Mark Elstermann hatte sich den Weihnachtsbaum für seinen Verkaufsraum schon Ende November von den Brüdern Scholz liefern lassen. "Letztes Jahr habe ich mir einen aus dem Baumarkt gekauft, der fing gleich an zu nadeln", sagt der Autoverkäufer. "Dieser Mietbaum war super, und ich musste mich um nichts kümmern, der kam mit Topf und allem hier an." Und so fährt er auch wieder ab. Helge Scholz begutachtet den Baum und stellt skeptisch fest: "Vermutlich wächst der nicht wieder an, der ist zu trocken geworden." Keine großes Problem, denn die Brüder haben bei ihrer Geschäftsidee eingeplant, dass etwa ein Viertel der vermieteten Bäume die Weihnachtszeit nicht überleben wird. Doch daran wollen sie etwas ändern. "Beim nächsten Mal werden wir den Kunden eine Anleitung mitschicken, wie man den Baum am besten pflegt, damit er nicht eingeht", sagt Helge Scholz.

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Die Mietbäume werden wieder eingesammelt

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Brüder ziehen positive Bilanz

Insgesamt lief die erste Saison für die Mietweihnachtsbäume gut. "Wir haben um die 150 Bäume in Bremen, Oldenburg und dem Ammerland vermietet und die meisten sind knapp zwei Wochen nach Weihnachten in einem guten Zustand und können weiterleben", so Scholz. Und auch die Bilanz für Auslieferungsfahrten sei positiv. Pro Baum seien es nur wenige Kilometer - vermutlich weniger, als wenn jeder selbst losfahre.

Bäume sollen 400 Jahre alt werden

Die Wandertannen kommen jetzt zunächst in eine Halle. Dort sollen sie nach und nach an die kalten Temperaturen gewöhnt werden. "Wenn der Boden nicht mehr gefroren und es etwas trockener ist, pflanzen wir die Bäume wieder ein", sagt Scholz. Und vielleicht werden sie ja tatsächlich 400 Jahre alt. Das ist nämlich das ziemlich optimistische Ziel, das sich die Helge und Kersten Scholz gesetzt haben.

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