Stand: 21.09.2017 16:48 Uhr

Langsam geht's aufwärts mit dem JadeWeserPort

Deutschland einziger gezeitenunabhängiger Tiefwasserhafen - der JadeWeserPort in Wilhelmshaven - wird fünf Jahre alt. Er hat noch Kapazitäten frei, aber Elbe und Weser werden vertieft. Wo steckt das Entwicklungspotenzial für den Hafen?

Ein Kommentar von Jutta Przygoda, NDR 1 Niedersachsen

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Mehr Container, mehr Personal: Jutta Przygoda sieht Anzeichen dafür, dass es mit dem JadeWeserPort langsam aufwärts geht.

An einem fünften Geburtstag heißt es häufig: "Das Kind ist aus dem Gröbsten raus." Beim Containerhafen in Wilhelmshaven trifft das leider noch nicht zu. Alleine im vergangenen Jahr hat Hafenbetreiber Eurogate hier einen Verlust von 20 Millionen Euro verbucht. Doch die Anzeichen mehren sich, dass es langsam besser wird. Mit dem Start des neuen Reeder-Verbundes Ocean Alliance kommen seit dem Frühsommer acht statt wie bisher zwei Reedereien mit ihren Schiffen ans tiefe Fahrwasser der Jade.

Doppelt von wenig ist immer noch nicht viel

So weit, so gut. Das hat die Umschlagszahlen zwar verdoppelt, aber doppelt von wenig ist immer noch nicht viel. Und so wird das Umschlags-Ergebnis für dieses Jahr vermutlich erneut bei rund 500.000 Standardcontainern liegen. Nächstes Etappenziel ist die Million. Dann, erst dann, will Niedersachsens Noch-Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) mit der konkreten Planung für eine zweite Ausbaustufe des Containerhafens beginnen.

Hamburg wird nicht klein beigeben

Ist das zu früh? Nein, denn wer sich vor Augen führt, wie lange und schwierig Genehmigungsverfahren für Großprojekte in Deutschland mittlerweile sind, der fängt lieber heute als morgen an. Aber von knapp drei Millionen Containern, die hier einmal über den Kai gehen könnten, ist der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven noch weit entfernt. Und Hamburg wird freiwillig keinen einzigen Container abgeben, auch wenn der Niedersachse Lies sich das hafenpolitisch noch so sehr wünscht.

Wann werden weitere Containerbrücken nötig?

Ein deutliches Zeichen von Eurogate, dass es mit dem Umschlagszahlen in Wilhelmshaven wirklich spürbar aufwärts geht, wären acht weitere Containerbrücken. Bereits die ersten acht wurden in China hergestellt und kamen per Schiff. Und erst mit 16 Containerbrücken ist der Hafen in seiner ersten Ausbaustufe komplett möbliert.

Verstärkung aus Hamburg und Bremerhaven

Erfreulich dagegen die Ankündigung, dass in den kommenden beiden Jahren 200 neue Hafenarbeiter zusätzlich zu den bereits 400 eingestellt werden sollen. Das macht ein Hafenbetreiber nicht ohne Grund. Und aus den Häfen in Hamburg und Bremerhaven hat Eurogate bereits Verstärkung angefordert. Auf freiwilliger Basis, wie es heißt.

Vor vier Jahren war das genau umgekehrt. Da ging an die frustrierten Hafenarbeiter, die zuvor "heiß wie Frittenfett" auf ihre Jobs waren und dann keine Arbeit in Wilhelmshaven hatten, die Aufforderung, in Hamburg oder Bremerhaven an den Eurogate Terminals auszuhelfen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Mögen sie nie wieder kommen.

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NDR Info | Kommentare | 21.09.2017 | 17:08 Uhr

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