Stand: 20.04.2017 17:19 Uhr

Woher kommt der Spargel? Die Isotope verraten es

Der edle Spargel - die Chemiker des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg pürieren ihn, frieren ihn ein, extrahieren ihn, diesen König der Gemüse. Ein Frevel für jeden Spargelliebhaber. Jedoch, die Chemiker wollen nur herausfinden, ob deutscher Spargel wirklich deutscher Spargel ist. Spargel ist gerade in Niedersachsen, dem Land mit der bundesweit größten Spargelernte und so berühmten Vertretern wie dem Nienburger und dem Burgdorfer Spargel, eben nicht irgendein Lebensmittel. So stellt sich manchem beim Kauf im Supermarkt oder direkt am Feld die Frage: Bekomme ich das, wofür ich bezahle?

Jenseits von Topf und Teller - Die Spargelpflanze

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Grundlagen der Stabilisotopenanalyse

Mit der Stabilisotopenanalyse können unter bestimmten Bedingungen Aussagen über regionale Herkunft, Pflanzenfamilie, Düngung und Fütterung gemacht werden. Download (43 KB)

Die Isotopen sind der Schlüssel

Mit der sogenannten Stabilisotopenanalyse können die Wissenschaftler herausfinden, woher der Spargel kommt. Die Methode gibt es noch nicht lange, seit gut zehn Jahren wird sie in Oldenburg angewandt. Jede organische Substanz, also auch Spargel, hat ein bestimmtes Muster von unterschiedlichen Isotopen, das je nach Herkunft variiert. "Die sehr geringen Schwankungen dieser Verhältnisse gestatten unter bestimmten Bedingungen Aussagen über regionale Herkunft, Pflanzenfamilie, Düngung und Fütterung", heißt es in einem Papier des LAVES. Sprecherin Hiltrud Schrandt ergänzt, dass zwar nicht Oldenburger von Braunschweiger Spargel unterschieden werden könne, aber doch nord- von süddeutschem und deutscher von polnischem.

Spargelfans können aufatmen

Die Lebensmittelbehörden der Landkreise schicken die Proben zum LAVES, etwa 20 sind es dieses Jahr, jeweils ein Kilogramm Spargel. Dann wird also püriert. Aus dem Spargelmus wird in den Laboren nach kochen, zentrifugieren und entfetten ein Proteinpulver. 300 bis 500 Mikrogramm davon werden abgemessen und mit Referenzwerten aus der Datenbank verglichen. Die Isotope verraten schließlich die Herkunft. Und wenn der als deutscher Spargel verkaufte tatsächlich von weither kommt? "Betrug", sagt Sprecherin Schrandt. "Als Kunde vertraue ich darauf, dass drinsteckt, was draufsteht." Schrandt sagt aber, dass es in den vergangenen Jahren keine Beanstandungen gegeben habe.

Vorgaben für den Spargel-Händler

Händler müssen Spargel mit dem Herkunftsland und dem Preis pro Kilogramm kennzeichnen. Preisangaben pro 500 Gramm, die man manchmal auf Märkten findet, sind nicht erlaubt, weil sie den Kunden in die Irre führen. Eine Einteilung nach Güteklassen ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber oft nach der internationalen UNECE-Norm vorgenommen. Der Handel unterscheidet dabei die drei Klassen E (Extra), I und II.

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