Stand: 22.09.2017 18:42 Uhr

Josef-Hospital setzt auf Schutzschirmverfahren

Wie geht es weiter am Delmenhorster Josef-Hospital? Neben dem gewaltigen Imageschaden durch die Mordserie des Ex-Pflegers Niels H. ist das Klinikum auch wirtschaftlich in die Schieflage geraten. Derzeit liegt das Defizit bei drei Millionen Euro, bis zum Ende des Jahres könnte es laut Sprecher Christoph Schmale auf zehn Millionen Euro anwachsen. Die Geschäftsführung will die Insolvenz abwenden. Helfen soll ein Schutzschirmverfahren, das an diesem Freitag beantragt wurde.

Zwei leere Betten.

Delmenhorster Josef-Hospital droht Insolvenz

Hallo Niedersachsen -

Das Delmenhorster Krankenhaus steckt tief in den rote Zahlen. Offenbar spielen dabei auch die Morde des Krankenpflegers Niels H. eine Rolle.

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Geschäftsführer: Gehälter für drei Monate sicher

Über die Vorgehensweise informierte die Klink die rund 1000 Mitarbeiter am Freitagmittag. "Mit dem Schutzschirmverfahren verschaffen wir uns Luft und Zeit", sagte Geschäftsführer Ralf Delker. Er erklärte, dass man in den nächsten drei Monaten ein "belastbares Sanierungskonzept" erarbeiten werde. Die Löhne und Gehälter seien in dieser Zeit gesichert, versprach Delker. Einen Stellenabbau hatte das Klinikum bereits zuvor angekündigt. Details darüber wurden am Freitag nicht bekannt. Laut Sprecher Schmale steht die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze noch nicht fest.

Versorgung der Patienten sei nicht gefährdet

Als wesentliche Ursache für das massive Defizit am Krankenhaus, an dem etwa 1.000 Mitarbeiter, davon 690 Vollzeitkräfte beschäftigt sind, gilt ein Rückgang bei den Patientenzahlen. Die Versorgung der Patienten sei durch die Krise nicht gefährdet, versicherte das Klinikum. Mit dem Schutzschirmverfahren sollen die Gesellschaften JHD Deichhorst gGmbH und JHD Mitte gGmbH saniert werden. Die Krankenhausgesellschaft an sich ist laut Klinikum nicht betroffen.

Fall Niels H. sorgt für Verunsicherung

Am Klinikum Delmenhorst, das 2016 mit dem St. Josef-Stift zum Josef-Hospital zusammengelegt wurde, hatte der verurteilte frühere Pfleger Niels H. mindestens 48 Patienten getötet. "Wir können nicht sagen, ob es einen direkten kausalen Zusammenhang dazu gibt", so der Sprecher, "aber sicherlich hat der Fall zu Verunsicherung bei den Bürgern geführt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.09.2017 | 08:00 Uhr

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