Stand: 01.11.2017 12:10 Uhr

Frachter-Havarie: Was ist eigentlich passiert?

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Der havarierte Frachter "Glory Amsterdam" hatte sich am Sonntag bei Sturm in der Deutschen losgerissen.

Seit Sonntagabend  liegt der Frachter "Glory Amsterdam" rund zwei Kilometer vor der ostfriesischen Insel Langeoog gestrandet auf einer Sandbank. Während die Experten des Havariekommandos die offenbar nicht ganz unkomplizierte Bergung vorbereiten, bleibt die Frage, wie es überhaupt zu der Havarie kommen konnte. Bei starkem Seegang während es Sturmtiefs "Herwart" hatte sich das bei Helgoland auf Reede liegende Schiff am Sonntagmorgen aus noch unbekannten Gründen in der Deutschen Bucht losgerissen. Danach trieb der Frachter stundenlang mit zwei ausgebrachten Ankern manövrierunfähig in der Nordsee, ehe er schließlich kurz vor Langeoog auf Grund lief.

Der havarierte Frachter "Glory Amsterdam" vor Langeoog.

Bergung des havarierten Frachters wird dauern

Hallo Niedersachsen -

Die Bergung des vor Langeoog gestrandeten Frachters wird noch einige Tage dauern. Zunächst wird Ballastwasser abgepumpt, außerdem wurden für die Bergung Schlepper aus Dänemark angefordert.

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Schlepper kann Havaristen nicht stoppen

Nach Angaben des Havariekommandos versuchte der Hochseeschlepper "Nordic" mehrfach das havarierte Schiff zu sichern. Die Leinenverbindungen seien in der aufgepeitschten See bei bis zu sieben Meter hohen Wellen allerdings immer wieder gebrochen. Auch Spezialisten eines Bergungsteams, die per Hubschrauber auf der "Glory Amsterdam" abgesetzt wurden, konnten nichts ausrichten.

Kritik an Bergungskonzept

Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels (parteilos) stellte daraufhin das Bergungskonzept in Frage. "Wenn es noch nicht mal gelingt, einen unbeladenen Frachter, der auf die Küste zutreibt, innerhalb von sechs Stunden zu stoppen, dann läuft etwas schief", sagte Garrels. Das Havariekommando wies diesen Vorwurf zurück. Angesichts der herrschenden Wetterbedingungen sei eine Bergung des Frachters nicht möglich gewesen. Das habe nichts mit dem Konzept oder dem verwendeten Material zu tun.

Schwierige Bergung des havarierten Frachters

Erste Bergungspläne zu optimistisch

Ursprünglich sollte das havarierte Schiff bereits am Montagabend wieder von der Sandbank freigeschleppt werden. Nach genauerer Begutachtung der Situation musste das Havariekommando diesen Plan jedoch verwerfen. Selbst bei Hochwasser sei die Wassertiefe für die vorhanden Schlepper nicht ausreichend, teilten die Verantwortlichen mit. Das Havariekommando forderte daraufhin zwei Hochseeschlepper aus Dänemark an, die das Schiff nach Abschluss aller Vorbereitungen mit 1.000 Meter langen Leinen bergen sollen. Erschwert werde das Manöver durch die defekte Ruderanlage, die bislang nicht repariert werden konnte.

Weitere Informationen

Inspektion des havarierten Frachters läuft

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.11.2017 | 09:00 Uhr

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