Stand: 13.03.2016 10:08 Uhr

Hasen fühlen sich in Niedersachsen besonders wohl

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Hasen sind nicht nur aufmerksam und scheu, sondern auch äußerst schnell: Mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde laufen sie Haken schlagend vor ihrem Feind davon - schneller als jeder Hund.

Abwechslungsreiche Landschaften, Hecken, Altgrasstreifen und lockerer Pflanzenbestand: Bis in der 1960er-Jahre fand der Feldhase hierzulande ideale Lebensbedingungen vor. Doch dann setzte sich die industrielle Landwirtschaft mehr und mehr durch. Große Maschinen bestellen immer größere landwirtschaftliche Flächen, Pestizide und Dünger werden eingesetzt. Dem Feldhasen hat das laut Nabu schwer zu schaffen gemacht. Er steht auf der Roten Liste und wird als "gefährdet" eingestuft. In einigen Bundesländern im Osten Deutschlands gilt er als "stark gefährdet". Dennoch: Massive Sorgen muss man sich nicht machen. Der Bestand ist laut Deutschem Jagdverband (DJV) stabil. Besonders im Nordwesten Niedersachsens fühlt sich der Feldhase wohl.

Regional gibt es große Unterschiede

Auf Feldern und Wiesen in Deutschland leben durchschnittlich elf Feldhasen auf einem Quadratkilometer. Das belegten die neuesten Zahlen des DJV aus bundesweit 450 Referenzgebieten. Regional aber gibt es große Unterschiede: Während im Nordwesten Niedersachsens etwa 80 Feldhasen pro Quadratkilometer leben, sind es im Osten Deutschlands nur fünf Exemplare. In Nordrhein-Westfalen wurden in der Spitze sogar 148 Hasen pro Quadratkilometer gezählt. Insgesamt leben laut DJV 3 bis 3,5 Millionen Feldhasen in Deutschland. Sollte das Wetter mitspielen, würden sich die Hasen in diesem Frühjahr nach dem milden Winter gut vermehren können, sagte Torsten Reinwald vom DJV.

Kräuterreiche Randstreifen und Brachflächen

Auch Niedersachsens Jäger haben den Bestand der Tiere im Blick. "Da wir auf viele Stellschrauben wie Witterung, natürliche Populationsschwankungen und Krankheiten keinen Einfluss haben, nutzen wir die Möglichkeiten, die wir haben", sagte der Präsident der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke. So legen die Jäger etwa kräuterreiche Randstreifen an oder kümmern sich um den Erhalt von strukturreichen Brachflächen. Auch die Bejagung von Beutegreifern wie dem Fuchs sei wichtig. Dazu gehöre auch der Einsatz von Fallen, so Dammann-Tamke.

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