Stand: 07.12.2017 16:48 Uhr

Geheimer Antrag: Wiesenhof braucht mehr Wasser

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Ab Januar sollen täglich 270.000 Tiere bei Wiesenhof in Lohne geschlachtet werden.

Kurz vor der Wieder-Inbetriebnahme des bei einem Feuer zerstörten Geflügel-Schlachthofs von Wiesenhof im Landkreis Vechta gibt es Kritik an dem Unternehmen. Nach NDR Informationen will Wiesenhof für das Werk in Lohne mehr Grundwasser entnehmen. Ein entsprechender Antrag wurde heute nicht-öffentlich bei der Kreisverwaltung in Vechta beraten. Wiesenhof hat demnach beantragt, 250.000 Kubikmeter Wasser jährlich für den Schlachthof zu nutzen. Im Januar soll bei Wiesenhof in Lohne wieder mit der Schlachtung im größeren Umfang begonnen werden.

Wiesenhof scheiterte schon einmal

Die Gegner der Anlage kritisieren bei dem Antrag den Ausschluss der Öffentlichkeit, vor allem aber die Gefahren der Wasserentnahme für Gewässer, Pflanzen und Gebäude. Bereits im vergangenen Jahr hatte Wiesenhof für den Neubau beantragt, zusätzliches Grundwasser zu entnehmen - damals über 80.000 Kubikmeter. Der Landkreis hatte das genehmigt, allerdings klagte der Naturschutzbund (NABU) daraufhin gegen die Pläne und bekam Recht: Die Richter am Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entschieden, dass Wiesenhof kein zusätzliches Grundwasser nutzen darf.

Feuer an Ostern

Wenn der Schlachthof im Januar wieder den vollen Betrieb aufnimmt, sollen bis zu 270.000 Tiere täglich in der Anlage geschlachtet werden. Das sind gut ein Drittel weniger als vor dem Brand. Am Ostermontag 2016 war es wegen eines technischen Defekts zu dem Großbrand in der Geflügel-Schlachterei gekommen. Versicherungsangaben zufolge lag der Schaden bei rund 300 Millionen Euro. Vor dem Feuer arbeiteten in der Schlachterei 1.200 Menschen, darunter 450 Leiharbeiter und Werkvertragsarbeiter. Damals wurden täglich bis zu 432.000 Tiere in dem Betrieb gekeult.

Flammen und Rauch bei Wiesenhof in Lohne

Bauarbeiten dauern an

Im September diesen Jahres hatte das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg dann die notwendige Betriebsgenehmigung für den Neubau erteilt. Derzeit läuft der Probebetrieb und auch die Bauarbeiten sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Rund 500 Festangestellte werden künftig in dem Schlachthof arbeiten.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Oldenburg | 07.12.2017 | 17:00 Uhr

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