Stand: 02.02.2015 13:11 Uhr

Erster kommunaler Windpark geht ans Netz

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Vor der Küste von Borkum ist nach monatelangen Verzögerungen der erste kommunale Offshore-Windpark in Betrieb gegangenen.

Nach monatelangen Verzögerungen beim Netzanschluss ist jetzt auch der dritte kommerzielle Offshore-Windpark in der Nordsee in Betrieb gegangen. Rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum liefert der erste Rotor des "Trianel"-Windparks Stroms. Noch sei es ein Probebetrieb, wie Klaus Horstick, Geschäftsführer des Aachener Energieversorgungsunternehmens Trianel, sagt. Nach Angaben von Trianel ist der Windpark das erste rein kommunale Projekt dieser Art in Europa. Der Trianel-Windpark gehört insgesamt 33 Stadtwerken aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Aus Niedersachsen sind die Stadtwerke Uelzen, Verden und Nordhorn beteiligt.

Probleme bei Anschluss der Windanlagen ans Netz

Bereits im Juni 2014 war der Park errichtet worden. Doch erst seit Dezember gibt es eine dauerhafte Stromanbindung an das Festland. Netzbetreiber Tennet hatte die Anbindung mehrfach verschoben. Wie auch schon bei den Offshore-Projekten "Bard Offshore 1" und "Riffgat" hatte Tennet große Probleme mit dem Anschluss der Windanlagen an das Netz. "Die haben uns erst immer wenige Minuten vor dem geplanten Start abgesagt", sagt Horstick. Nun stehe die Verbindung der Anlage mit der Konverterstation auf hoher See - und der erste Strom fließt.

Bis April sollen alle Windenergieanlagen laufen

Bis alle 40 Windenergieanlagen voll einsatzfähig sind, kann es noch bis Ende April dauern. Dann soll der Windpark vor Borkum in der Lage sein, mit einer Gesamtleistung von 200 Megawatt rund 200.000 Haushalte mit Strom zu beliefern. Und der Windpark soll noch größer werden: In einer zweiten Ausbaustufe sollen stufenweise von 2017 an 40 weitere Anlagen hinzukommen. Dann will Trianel mit 80 Anlagen über 400.000 Haushalte mit Strom beliefern.