Stand: 08.08.2017 19:38 Uhr

Erste Heuler dürfen zurück in die Freiheit

77 Tage wurde Seehund-Baby "Lea" in der Seehundstation Norddeich aufgepäppelt. Am Dienstag durfte sie gemeinsam mit ihren Weggefährten "Fiete" und "Störtebecker" wieder zurück in die Nordsee. Zusammen mit ihren Tierpflegern ging es in einem Boot an die Ostspitze der Insel Juist. Dort robbten die drei Seehunde dann auf einer Sandbank in die Freiheit.

Die ersten Heuler sind los

"Lea" ist gesund und wiegt mehr als 25 Kilogramm

Videos
00:59

Von der Auffangstation zurück in die Nordsee

Nach mehreren Monaten in der Seehundstation Norddeich hat das Warten ein Ende: Für die drei Heuler "Fiete", "Lea" und "Störtebecker" geht es zurück ins Meer. Video (00:59 min)

"Lea" war in dieser Saison der erste Heuler, der in der Station aufgenommen worden war. Gewicht damals: 7,6 Kilogramm. Mittlerweile seien es stolze 25,6 Kilogramm, sagte Peter Lienau, Leiter der Seehundstation. Damit sei sie nun fit für die freie Wildbahn. Auch die beiden anderen verwaisten Seehundbabys waren nur wenige Tage alt, als sie im Frühsommer in die Aufzuchtstation kamen. In der Anfangszeit bekamen die kleinen Heuler fette Ersatz-Milch, später verputzten sie kiloweise Heringe. Dann ging es ins Trainingslager: In einem Schwimmbecken trainierten sich die Tiere Muskeln für die Rückkehr ins Meer an, so Lienau.

163 Heuler werden aufgezogen

Bis Oktober wollen die Tierpfleger der Seehundstation mehr als 160 Seehunde in die Nordsee auswildern. Die Tiere seien durch Sturm aber oft auch durch Menschen von ihren Müttern getrennt worden, so Lienau. Mittlerweile gebe es in der Natur keine Heuler mehr. Die Tiere, die es in freier Wildbahn geschafft hätten, seien bereits eigenständige Jungtiere.

Richtiges Verhalten am Strand

Die Seehundstation bittet Strandbesucher, sich zum Wohl der Heuler an folgende Regeln zu halten:

  • Halten Sie zum Jungtier einen Abstand von 300 Metern.
  • Fassen Sie das Tier auf keinen Fall an.
  • Verlassen Sie den Fundort, die Tiere brauchen Ruhe.
  • Melden Sie den Fund der Seehundstation unter Telefon (04931) 97 33 30 - aber nur, wenn das Tier verletzt ist.

Weitere Informationen

Hilfe für verwaiste Seehundbabys

Ende Mai kommen an der Nordsee die ersten Seehundbabys zur Welt. Nicht alle schaffen es in freier Natur. Warum ist das so und was passiert mit den Tieren? (13.06.2017) mehr

48:25

Heulersorgen

03.08.2017 17:10 Uhr
NDR Fernsehen

Zoogeschichten von der Küste: Der kleine Seehund Anna-Belle bereitet den Pflegern Sorgen. Bei den Präriehunden dürfen die Kleinen mit frühstücken. Video (48:25 min)

Riesige Augen, weiches Fell: Hallo "Lea"!

Warum guckt "Lea" nur so traurig? Das sind doch gute Nachrichten: Der erste Heuler der Saison, den die Seehundstation Norddeich 2017 aufgenommen hat, entwickelt sich prächtig. (07.06.2017) mehr

Touristen blockieren aus Sorge um Seehunde Notruf

Aus Sorge um vermeintlich verwaiste Seehunde haben Touristen in Niedersachsen rund 600 Mal den Notruf gewählt. Die Polizei betont: In den meisten Fällen ist die Sorge unbegründet. (24.05.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 08.08.2017 | 14:30 Uhr