Stand: 11.03.2015 18:47 Uhr

Endlich am Ziel - "Anthem" in Eeemshaven

Dass dieses Schiff noch pünktlich ankommt, war zwischendurch wirklich nicht mehr zu erwarten. Fast drei Stunden Verspätung hatte die "Anthem of the Seas" bei ihrer Emsüberführung am Dienstagabend zwischenzeitlich. Nahezu in Schrittgeschwindigkeit quälte sich der Riesenpott Meter um Meter den schmalen Flusslauf entlang. Trotzdem: Am Mittwochmorgen um 6.30 Uhr, also fast im Zeitplan, ist das größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff in Eemshaven in den Niederlanden eingetroffen. Eine Emsüberführung im Schneckentempo - aber zum Glück gibt es ja uns: Wir haben die schönsten Bilder der Passage noch einmal zusammengeschnitten.

Rückwärts in Richtung Nordsee

Die "Anthem" absolvierte ihre Ems-Reise im Rückwärtsgang, weil die Manövrierfähigkeit des Schiffes so besser sei, so die Meyer Werft. In Eemshaven soll nun Proviant an Bord genommen werden. Außerdem werden bis zum Wochenende die Vorräte an Brennstoff und Trinkwasser aufgefüllt. Nach einer Probefahrt auf der Nordsee wird das Kreuzfahrtschiff dann im Sommer mit mehr als 4.100 Passagieren an Bord ins westliche Mittelmeer schippern - anschließend geht es im Winter weiter über New York in die Karibik.

Meyer Werft dementiert Bodenberühung

Dass es bei der Überführung Probleme gab, dementiert die Meyer Werft. Wie schon nach der Ems-Fahrt des Schwesterschiffs "Quantum of the Seas" im vergangenen Herbst haben Zuschauer des Spektakels auch diesmal die Vermutung geäußert, das Schiff habe auf der Fahrt den Grund der Ems berührt. Eine Bodenberührung "hat es definitiv nicht gegeben", betonte Sprecher Günther Kolbe aber auch diesmal. Für Schwankungen der "Anthem" in einer Kurve gleich hinter der Papenburger Werft hat der Pressesprecher eine mögliche Erklärung parat: "Vermutlich wurde für eine Richtungskorrektur abrupt Schub gegeben." So sei das Schiff auf "dieser sehr anspruchsvollen Passage zwischen Papenburg und Weener" ins Schaukeln gekommen. Mit einer Bodenberührung habe das nichts zu tun.

NLWKN zufrieden mit Sperrwerk-Arbeit

Damit die "Anthem of the Seas" mit einem Tiefgang von rund acht Metern überhaupt das Teilstück zwischen Papenburg und Gandersum befahren konnte, musste die Ems auf rund 30 Kilometern aufgestaut werden - eine Herkulesaufgabe, die etwa 24 Stunden in Anspruch nahm. Insgesamt 13 Stunden brauchte die "Anthem" für die Ems-Passage, die Überführung der "Quantum of the Seas" hatte sogar zwei Stunden länger gedauert.

Karte: Alle Videos zur Überführung der "Anthem"