Stand: 11.07.2015 13:19 Uhr

Bremervörde: Rechtsmediziner suchen Ursache

Nach dem tragischen Unfall in einer Eisdiele in Bremervörde (Landkreis Rotenburg) hat die Polizei am Freitag erste Untersuchungsergebnisse bekanntgegeben. Demnach war die Unfallverursacherin nicht alkoholisiert. Unklar ist noch immer, ob die 59-Jährige zum Zeitpunkt des Unglücks unter Medikamenteneinfluss stand. Rechtsmediziner werten derzeit eine Haarprobe der Frau aus. Ergebnisse dahingehend sollen in der kommenden Woche vorliegen. Weitere Hinweise hatten sich die Ermittler nach der Durchsuchung der Wohnung der Beschuldigten erhofft. Aber auch dort konnten sie keine Anhaltspunkte finden, die auf die Ursache des Unfalls schließen lassen.

Bilder der Trauer und Zerstörung

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen die Autofahrerin wegen fahrlässiger Tötung. Die Frau war am Sonntag ungebremst durch ein Schaufenster in eine Eisdiele gefahren. Ein 65 Jahre alter Mann und ein zweijähriger Junge kamen dabei ums Leben. Neun Menschen wurden verletzt. Die 59-Jährige wollte am Mittwoch in einer Vernehmung keine Angaben zum Unfallhergang machen. Auf Anraten ihres Anwalts macht sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Am Donnerstagabend fanden Trauergottesdienste in der St. Liborius-Kirche in Bremervörde sowie in Bevern statt.

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Technischer Defekt als Ursache ausgeschlossen

Ein Gutachter hatte am Dienstag den Unfallwagen untersucht. Er konnte laut Polizei keine Mängel an dem Pkw feststellen. Ein technischer Defekt als Unfallursache sei demnach ausgeschlossen. Zeugenaussagen zufolge soll der Pkw kurz vor dem Unfall beschleunigt haben. "Eine Möglichkeit wäre, dass die Fahrerin Gaspedal und Bremse verwechselt hat", so Polizeisprecher Heiner van der Werp.

Der Mercedes-Kombi war bereits am Sonntag aus den Trümmern der Eisdiele geborgen worden. Zeugenaussagen zufolge soll die 59-Jährige bereits kurz vor der Eisdiele einem Radfahrer die Vorfahrt genommen haben und fast mit ihm zusammengestoßen sein, als sie ungebremst über eine Kreuzung fuhr. Der Radfahrer habe aber im letzten Moment einen Unfall vermeiden können, so van der Werp. Nach ihm sucht die Polizei. Eine Beschreibung liege aber nicht vor.

Mutter außer Lebensgefahr

Unter den neun Verletzten befinden sich auch die Eltern des Zweijährigen, der bei dem Unglück starb. Die Mutter war schwer verletzt in ein Krankenhaus in Hamburg gebracht worden. Ihr Zustand hat sich nach Angaben der Polizei leicht verbessert, sie schwebe nicht mehr in Lebensgefahr. Der Vater war mit einem gebrochenen Bein in eine Klinik nach Rotenburg gebracht worden. Die Familie kommt aus der Gegend von Bremervörde. Unter den Verletzten sind außerdem die Frau des getöteten 65-Jährigen, der 48-jährige Besitzer der Eisdiele und zwei 23-jährige Angestellte.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 11.07.2015 | 17:00 Uhr

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