Stand: 26.01.2016 15:40 Uhr

Betrug im Bestattungsinstitut in Wilhelmshaven?

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In Wilhelmshaven gibt es Betrugsvorwürfe gegen ein Bestattungsinstitut. (Themenbild)

Was ist in dem Bestattungsinstitut passiert? Die Polizei Wilhelmshaven und die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermitteln derzeit gegen die Betreiber eines Wilhelmshavener Unternehmens. Die Behörden werfen zwei Verantwortlichen vor, in mehreren Fällen Rechnungen für Beisetzungen ausgestellt zu haben, ohne diese Beisetzungen auch ausgeführt zu haben. Es handele sich dabei ausschließlich um Verdachtsfälle, die anonyme Bestattungen betreffen. "Es haben sich Hinterbliebene gemeldet, die sich bei Friedhofsverwaltungen erkundigt hatten. Offenbar sind nicht alle zuvor vertraglich vereinbarten Schritte auch erfüllt worden", sagte ein Sprecher der Polizei Wilhelmshaven NDR.de.

Beweismaterial bei Hausdurchsuchung sichergestellt

Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss. Bei der anschließenden Durchsuchung wurden fünf Urnen gefunden, die eigentlich schon hätten bestattet sein sollen. Zwei von ihnen konnten zugeordnet werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft - die Identität der drei übrigen soll nun noch geklärt werden. Die Identität einer Urne klären, die anonym bestattet werden soll? Das gehe, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter, etwa über ein Steinchen oder ein Kristall, das der Urne beigelegt wurde.

Betrug oder Versäumnis?

Bleibt die Frage, ob es sich hier tatsächlich um einen Fall von Betrug handelt oder schlichtweg um ein Versäumnis des betroffenen Bestattungsinstituts handelt. Zumindest ein Vertragsbruch ist aber offenbar in mehreren Fällen nicht auszuschließen. Wegen Störung der Totenruhe wird übrigens nicht ermittelt.

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