Stand: 22.09.2017 19:19 Uhr

Besatzung der "Minden" bricht Mission ab

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Die "Minden" rettet vorerst nicht mehr im Mittelmeer.

Rund 11.000 Menschen haben freiwillige Helfer mit dem einstigen Seenotrettungskreuzer "Minden" nach eigenen Angaben im Mittelmeer in Sicherheit gebracht. Anfang vergangenen Jahres zunächst vor der griechischen Küste, später zwischen Malta und Libyen, der derzeitigen Hauptroute von Flüchtlingsbooten. Voraussichtlich Sonntag oder Montag aber macht das Schiff der privaten Organisation LifeBoat in Wilhelmshaven fest.

"Wollen kein Risiko eingehen"

"Wir wollen das Risiko nicht eingehen, dass die 'Minden' beschlagnahmt wird", sagte Karl Treinzen, Sprecher der Hilfsorganisation, zu NDR 90,3. Der Verein hatte sich geweigert, einen Verhaltenscodex zu unterschreiben, wonach beispielsweise italienische Polizisten während der Rettungsmission mit an Bord sein müssen.

Weitere Schiffe deutscher Organisationen beschlagnahmt

Die Befürchtung der Besatzung kommt nicht von ungefähr: Die italienischen Behörden haben seit August ein anderes deutsches Hilfsschiff, die "Iuventa" des Berliner Vereins "Jugend Rettet", beschlagnahmt. Auch "Ärzte ohne Grenzen" hat inzwischen ein Rettungsschiff zurückgezogen - aus Sorge, dass die libyschen Behörden gegen Flüchtlingsretter vor der Küste vorgehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.09.2017 | 19:30 Uhr

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