Stand: 02.09.2013 14:47 Uhr

"Bernie" muss zum Knochensortieren

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Erst einmal ordnen, dann wieder zusammensetzen. Einige Knochen von Moorleiche "Bernie" sind nicht an der richtigen Stelle. (Archivbild)

"Bernie", der Mann vom Bernuthsfeld, hat es schon nicht leicht in seinem Nachleben. Die Moorleiche fand vermutlich im 8. Jahrhundert seine letzte Ruhe. Allerdings machten ihm Torfstecher im Jahr 1907 einen Strich durch die Rechnung. Seitdem ist "Bernie" die Attraktion im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden. Damit begann für ihn auch eine Odyssee durch Computertomographen und medizinische Institute. Nun ist "Bernie" im Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf gelandet. Denn kurioserweise ergaben Untersuchungen, dass einige Knochen falsch herum eingesetzt und sogar vertauscht wurden.

Mediziner und Anthropologin sollen es richten

Nun sollen diese Knochen wieder an ihre richtige Stelle kommen, damit sich "Bernie" wieder anatomisch korrekt der Öffentlichkeit zeigen kann. Mediziner und eine Anthropologin aus Hamburg wollen mit computerbasierten Bilddaten die Knochen wieder richten. Die hochauflösenden Bilder stammen von Computertomographen aus Emden, Göttingen und Hamburg. Sogar VW-Mitarbeiter haben die Moorleiche scheibchenweise gescannt.

"Bernie" wird durchleutet

Ein lebensechtes Abbild von "Bernies" Skelett

Die genaue Anordnung ist die Voraussetzung für eine möglichst präzise Wiederherstellung des Knochengerüsts. Denn ein weiteres Ziel ist es ein "bereinigtes" Skelett zu bekommen, so der Emder Archäologe Jürgen Bär. Es solle den Zustand von "Bernie" zu seinen Lebenszeiten wiedergeben - ohne die Einflüsse die durch 1.200 Jahre Lagerung im Moor oder durch zahlreiche Restaurierungen entstanden sind. Die Egebnisse sollen später zu dreidimensionalen Ausdrucken verarbeitet werden. Bald gibt es also einen Klon von "Bernies" Skelett. Vielleicht bekommt die vielbeschäftigte Moorleiche dann wieder ein bisschen mehr Ruhe.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.09.2013 | 16:00 Uhr