Stand: 19.06.2017 14:41 Uhr

Beben wegen Gasförderung? DEA untersucht Boden

Mit einer Messanlage will die Deutsche Erdöl-AG (DEA) Bodenbewegungen in Langwedel (Landkreis Verden) beobachten. Der Grund: In der Region war es in der Vergangenheit immer wieder zu Erdbeben gekommen. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) geht davon aus, dass die Erdgasförderung der DEA in der Region diese auslösen. Deshalb wolle das Unternehmen die Bodenbewegungen nun mit einer Pilotanlage genauer beobachten, teilte es mit. Die Anlage werde im Langwedeler Ortsteil Kreepen stehen, hieß es von der DEA.

Erste Ergebnisse erst nach Jahren

Gemessen werde in einem Umkreis von 20 Kilometern um die Kompressorstation Brammer, sagte DEA-Sprecher Heinz Oberlach. Die Messstation registriere auch kleinste Absenkungen von wenigen Millimetern. Die DEA ist nach eigenen Angaben das erste Förderunternehmen, das kontrolliert, ob sich der Boden im Umfeld der Erdgasförderplätze wirklich absenkt. Es werde aber einige Jahre dauern, bis die ersten Ergebnisse vorlägen, sagte der Unternehmenssprecher.

Weitere Vorkommen erschließen

Erst vor wenigen Monaten hatte die DEA bekannt gegeben, weitere Erdgasvorkommen im Raum Langwedel erschließen zu wollen. Durch neue Bohrungen in Völkersen sollen Erdgasreserven in rund 5.000 Metern Tiefe erschlossen werden. Politiker und Anwohner hatten Widerstand angekündigt, weil rund um Völkersen bereits häufiger die Erde gebebt habe. Ein DEA-Sprecher sagte damals, dass es "leichte seismische Aktivitäten" gegeben habe. Schäden würde das Unternehmen "ohne großen bürokratischen Aufwand" begleichen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 19.06.2017 | 15:30 Uhr

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