Stand: 30.12.2015 13:43 Uhr

Asendorf: Ermittler suchen nach Tatmotiv

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In diesem Haus in Asendorf lebte die Familie, bevor es zu dem tödlichen Drama kam.

Ein Sohn ersticht seine Mutter und versucht seinen Vater zu töten, anschließend steckt er sein Elternhaus in Brand, um sich selbst umzubringen. Der Tathergang des Familiendramas mit zwei Toten in Asendorf (Landkreis Diepholz) scheint geklärt - was aber sind die Hintergründe? Was war das Motiv des Sohnes? Handelt es sich tatsächlich um einen erweiterten Suizid, wie die Polizei zunächst vermutet? Um diese Fragen zu klären, laufen die Ermittlungen bei Polizei und Staatsanwaltschaft weiter - auch wenn in diesem Fall juristisch niemand mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. Dabei setzen die Ermittler zunächst auf die Ergebnisse der Blutproben-Untersuchung des Sohnes, der im Haus an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung starb. Hatte er vor der Tat Alkohol oder Drogen konsumiert? In wenigen Tagen hofft die Polizei auf die ersten Ergebnisse. Auch der Vater, der den Angriff seines Sohnes verletzt überlebt hat, soll erneut von der Staatsanwaltschaft befragt werden, sagte Polizeisprecher Thomas Gissing am Mittwoch. Bei der ersten Befragung des Mannes sei es zunächst nur um den Tathergang gegangen. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden soll außerdem das familiäre Umfeld in den Fokus der Ermittlungen rücken.

Mutter mit Messerstichen tödlich verletzt

Am Sonntagabend hatte der 32-jährige Sohn seine 55 Jahre alte Mutter mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt. Zu diesem Zeitpunkt seien beide allein zu Hause gewesen. Als der Vater nach Hause kam, habe der Sohn auch ihn angegriffen. Der 57-Jährige wehrte sich und konnte ins Freie flüchten. Dort rief er die Polizei. Währenddessen hat sich der Sohn laut Polizei ins Haus zurückgezogen und dort ein Feuer gelegt.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren am Sonntagabend an dem brennenden Wohnhaus eingetroffen und hatten in dem stark verqualmten Gebäude die Leichen des 32-Jährigen und der 55-Jährigen gefunden. Der Vater lag vor dem Haus. Er hatte mittelschwere Verletzungen erlitten und war in ein Krankenhaus nach Bremen gebracht worden.

Familie lebte zurückgezogen

Laut Asendorfs Bürgermeister Heinfried Kabbert (Wählergemeinschaft) ist die Familie in der Vergangenheit nie aufgefallen. Der Vater betreibt direkt neben dem Wohnhaus seit rund 15 Jahren einen Metallbaubetrieb, in dem Medienberichten zufolge auch der Sohn gearbeitet haben soll. Am Dorfleben nahm die Familie nach Angaben des Bürgermeisters nur wenig teil: "Sie lebte anerkannt, aber zurückgezogen." Kabbert hofft, dass es in der 3.000-Einwohner-Gemeinde nun endlich wieder ruhiger wird. Erst vor wenigen Tagen hatte es in Asendorf einen tödlichen Streit gegeben, bei dem ein Mann ums Leben gekommen war.