Stand: 27.09.2017 18:30 Uhr

Antarktis: Wieder bricht Riesen-Eisberg ab

Ein Satellitenfoto der Europäischen Weltraumagentur ESA zeigt den abgebrochenen Eisberg.

Es ist schon wieder passiert: Ein riesiger Eisbrocken hat sich vom Eispanzer am Südpol gelöst. Satellitenaufnahmen der Europäischen Weltraumagentur ESA zeigen, dass der große, rechteckige Eisberg mit dem Namen B44 vom Pine Island Gletscher im Amundsenmeer abgebrochen ist. Er ist mit 265 Quadratkilometern größer als Hannover und treibt nun im Meer vor der Westantarktis. Am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung im Bremerhaven beobachtet man das Ereignis aufmerksam, denn bereits Anfang Juli hatte sich eine 22-mal größere Eismasse vom Larsen-C-Schelfeis gelöst. Die Bremerhavener Forscher befürchten, dass das Schelfeis am Südpol irgendwann kollabieren könnte. Das hätte einen massiven Anstieg des Meeresspiegels zur Folge.

"Schelfeis ist wie ein Korken auf einer Champagnerflasche"

3,4 bis vier Meter Anstieg erwarten die Experten in diesem Fall. "Das Schelfeis ist wie ein Korken auf einer Champagnerflasche", sagt Thomas Ronge vom Institut. Je mehr Eisberge abbrechen, desto weniger werden die Eismassen im Hinterland zurückgehalten. Gerade die Westantarktis sei für dieses Phänomen besonders anfällig. Seit 1991, so Ronge, sei der Pine Island Gletscher um 31 Kilometer zurückgegangen. Zwar ist es dem Forscher zufolge Zufall, dass nun innerhalb kurzer Zeit zwei Eisberge in der Westantarktis entstanden sind. "In den letzten Jahren haben wir aber immer mehr dieser großen Kalbungsereignisse verzeichnet", so Ronge. Bereits 2013 und 2015 waren dort größere Eisberge abgebrochen.

Klimawandel als Ursache

Als sich im Juli der Eiskoloss gelöst hatte, verlor das Larsen-C-Schelfeis nach Angaben der Bremerhavener Wissenschaftler rund ein Zehntel seiner Fläche. Die Forscher vermuten den Klimawandel als Grund hinter dem Abbruch. Solange das Schelfeis noch intakt ist, werde sich aber weder der Koloss vom Juli noch der jüngste Eisberg zunächst direkt auf den Meeresspiegel auswirken.

Weitere Informationen

Gigantischer Eisberg treibt Richtung Nordosten

In der Antarktis hat sich ein riesiger Eisberg vom Larsen-C-Schelfeis gelöst, etwa sieben Mal so groß wie Berlin. In etwa drei Jahren dürfte das Eis geschmolzen sein. (12.07.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 12.07.2017 | 16:00 Uhr

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