Stand: 21.01.2013 10:33 Uhr

McAllister: Der tragische Verlierer

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Nachdem das Ergebnis feststand, verließ McAllister schnell die CDU-Wahlparty.

Er schluckt, schließt für einen Moment die Augen und atmet einmal tief durch. Ganz Deutschland erlebt, wie der Spitzenkandidat der niedersächsischen CDU, David McAllister, seine Niederlage aufnimmt. Denn er ist live in den ARD Tagesthemen. Schmallippig beantwortet er die Fragen von Caren Miosga. Noch will er es nicht wahr haben: "Wir müssen abwarten", sagt er.

Doch wenige Minuten später - mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis - endet ein hochemotionaler Abend für den Halb-Schotten. Über Stunden ist nicht klar, wie die Wahl ausgehen würde. Nach der ersten Prognose haben CDU und FDP eine hauchdünne Mehrheit. Dann sieht es wieder so aus, als würde Rot-Grün gewinnen. Zwischendurch gibt es immer wieder einen Gleichstand für die beiden möglichen Regierungskoalitionen.

Erst zurückhaltend, dann siegessicher

McAllister hält sich über Stunden zurück, gibt keine Interviews und spricht nicht vor seinen Anhängern. Doch dann lässt er sich doch hinreißen. Viereinhalb Stunden nach Schließung der Wahllokalebetritt er die Bühne der CDU-Wahlparty im Süden Hannovers. "Die CDU ist die Nummer eins und wir haben berechtigte Hoffnungen, dass wir die Koalition in Niedersachsen fortsetzen können", sagt er. Mit "David, David"-Rufen feiert die CDU ihn schon wie einen Sieger. Noch lächelt er zuversichtlich, fast siegesgewiss.

Wie geht es weiter?

Am Ende des Wahlabends ist das Lächeln verschwunden und der Jubel verebbt. Nach dem Interview soll McAllister noch zwei schnelle Zigaretten geraucht und die Wahlparty dann verlassen haben.

Was wird nun aus McAllister - dem beliebtesten Politiker des Landes und dem Chef der stärksten Partei? Ob er als Oppositionschef den Niedersachsen treu bleibt, ist offen. In der CDU rechnen viele damit, dass er den Rufen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) folgen wird. Denn auch diese glaubt: Trotz der Niederlage ist McAllister eines der größten Talente in der CDU.

Porträt

David McAllister - der Amtsinhaber

Mit 17 Jahren trat er in die CDU ein, mit 27 saß er im Landtag: Die politische Karriere von Niedersachsens Ministerpräsident McAllister ging stets steil nach oben. mehr

 

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