Stand: 03.11.2016 15:54 Uhr

Waffen des "Reichsbürgers" werden vernichtet

Die am Mittwoch bei einem sogenannten Reichsbürger in Neu Wulmstorf (Landkreis Harburg) beschlagnahmten Waffen werden derzeit untersucht und sollen dann vernichtet werden. Das teilte die Polizei mit. Insgesamt seien 17 Schusswaffen, darunter Gewehre, Pistolen und Revolver, bei der Durchsuchung der Wohnung gefunden worden. Rund 50 Polizisten und Beamte von Spezialeinsatzkommando (SEK) und Mobilem Einsatzkommando (MEK) waren dabei beteiligt. Der Bewohner und seine Lebensgefährtin wurden vor dem Mehrfamilienhaus in Gewahrsam genommen. Gegen ihn wird wegen illegalem Waffenbesitz ermittelt.

Waffenbesitzer akzeptiert Behörde nicht

Der 67-Jährige hatte zuvor seine Waffenerlaubnis verloren, da die Waffenbehörde ihn als unzuverlässig einstufte. Er weigerte sich jedoch, seine Waffen abzugeben. Der Landkreis Harburg erstattete daraufhin Anzeige wegen illegalen Waffenbesitzes. Laut Polizei ging aus den schriftlichen Äußerungen des Mannes gegenüber der Behörde hervor, dass er sich zu den sogenannten Reichsbürgern zählt und die Rechtmäßigkeit von Behörden und deren Anweisungen nicht akzeptiert. Den Beamten zufolge laufen die Ermittlungen gegen den Mann.

Weitere Informationen

Land Niedersachsen beobachtet 25 "Reichsbürger"

Nach Schüssen eines "Reichsbürgers" auf Polizisten in Mittelfranken fragen sich viele, wie gefährlich die Bewegung ist. In Niedersachsen beobachtet der Verfassungsschutz 25 Personen. (20.10.2016) mehr

Einsatz "mit größtmöglicher Vorsicht"

Spätestens seitdem ein sogenannter Reichsbürger im Oktober in Bayern einen Polizisten erschossen hat, sind die Beamten bei Einsätzen wie dem in Neu Wulmstorf offenbar besonders vorsichtig. Die Spezialkräfte hätten das Mehrfamilienhaus gesichert, teilte die Polizei mit. "Im Haus trafen die Polizisten einen Untermieter an. Auch dieser wurde kurzfristig festgehalten und durchsucht, um jegliche Gefahr für die einschreitenden Beamten zu minimieren", hieß es. "Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit sogenannten Reichsbürgern war ausschlaggebend, mit größtmöglicher Vorsicht vorzugehen", so der Einsatzleiter nach der Durchsuchung. "Ich bin froh, dass meine Beamten und alle beteiligten Personen unverletzt geblieben sind."

Norddeutschland

"Reichsbürger": Abgleich auf Waffenbesitz

Ein sogenannter Reichsbürger hat in Greifswald bei einer Kontrolle der Polizei zwei Beamte mit Reizgas angegriffen. Sein Bruder und seine Mutter halfen dem 29-Jährigen zu fliehen. (02.11.2016) mehr

Eine zersplitterte Szene

Die "Reichsbürger"-Szene in Schleswig-Holstein ist zersplittert. Doch viele Personen sind bundesweit aktiv - und agieren auch in sektenähnlichen Strukturen. (02.11.2016) mehr

mit Video

Wie "Reichsbürger" Behörden lahmlegen

"Reichsbürger" lehnen die Bundesrepublik Deutschland ab. Die teilweise rechtsextreme Bewegung nervt Ämter und Behörden mit wirren Anträgen, Klagen und Beschwerden. (09.05.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 03.11.2016 | 15:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

05:55

Nach der Wahl: Der Koalitionspoker

16.10.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:29

AfD-Grabenkämpfe nach der Wahl

16.10.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:55

Weil und Althusmann in Berlin

16.10.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen