Stand: 21.08.2015 19:30 Uhr

Vorhang auf für die "Lichtgöttin"

von Thomas Hans

Die fast sieben Meter hohe Stuckbemalung war mehr als 50 Jahre hinter einer Holzverkleidung versteckt. In den 1960er-Jahren passte sie bei dem damaligen Umbau nach dem Geschmack der Verantwortlichen einfach nicht mehr ins Bild. Jetzt sollen sie und weiteren Stuckarbeiten ihren alten Glanz zurückbekommen. Helle Farben in Kombination mit den dunklen Hölzern im Parkettbereich sorgten außerdem für eine Aufhellung der Gesamtsituation, so Joachim König, der Direktor des Hannover Congress Centrums (HCC).

Lichtgöttin erstrahlt wieder im Kuppelsaal

11.000 Kristallelemente erneuert

Erneuert wird auch die Beleuchtung im Kuppelsaal. Die sieben fast drei Meter hohen und mehr als einen Meter breiten Leuchter werden nach und nach demontiert. Die rund 1.100 Birnen sollen ausgetauscht und mit moderner LED-Technik ausgestattet werden. Eine Spezialfirma wird darüber hinaus auch die 11.000 Kristallelemente der Leuchter aus dem Kuppelsaal wieder herrichten.

Auch die Bestuhlung wird überholt. So haben die Arbeiter im zweiten Rang des Kuppelsaals 2.000 Sessel- und Lehnenpolster mit ihrer Unterkonstruktion ausgebaut. Dabei war gewissenhaftes Arbeiten Pflicht: Die Gesamtkonstruktion ist nach Angaben der Stadt ein Unikat. Die Position der Stühle wurde genau dokumentiert, damit der spätere Einbau auch wieder reibungslos klappt. Aktuell hat sich eine Fachfirma der Überholung der Sitze angenommen.

Neue Technik für besseren Klang

Im Mittelpunkt der Sanierung steht neben der Optik auch die Akustik des Kuppelsaals. Bereits vor gut einem Monat war zum Start der Arbeiten die intern "Kartoffel" genannte Unterkonstruktion an der Decke abgenommen worden, das Akustikplafonds. Auch die gesamte Elektrotechnik haben die Arbeiter demontiert. Die neue Akustikdecke besteht nach Angaben der Stadt aus zehn separat steuerbaren Einzelsegeln. Die Bühnentechnik soll so wesentlich flexibler einsetzbar sein.

Wie ein großes Puzzle

Bereits abgenommen haben die Arbeiter auch mehr als 400 Beleuchtungen für die Stufen, rund 60 Fluchtwege- und Sicherheitsbeleuchtungen sowie mehr als 100 Steckdosen. Alle Einzelteile werden saniert oder bei Bedarf auch komplett erneuert. Bis zur Jahreswende werden sie dann alle Stück für Stück wieder zusammen- und eingebaut. Im Januar 2016 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Insgesamt rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von sieben Millionen Euro.

Ursprünglich hätte die Sanierung deutlich umfangreicher ausfallen sollen: Zunächst waren 16 Millionen Euro eingeplant. Doch weil unsicher war, wie viele Fördergelder die Stadt bekommen würde, fiel die Sanierung dann kleiner aus. Unter anderem wurden Arbeiten an der sogenannten "Substanzerhaltung" sowie energetische Sanierungsmaßnahmen zurückgestellt.

Das Hannover Congress Centrum

Der Kuppelsaal im Hannover Congress Centrum (HCC) bietet Platz für rund 3.600 Gäste. Jährlich finden dort rund 100 Veranstaltungen wie klassische Konzerte, festliche Bälle oder Gesellschaftversammlungen statt. Das Veranstaltungszentrum wurde von 1911 bis 1914 erbaut. Im Zweiten Weltkrieg erlitten die Hallen und Gebäude erhebliche Schäden, wurden nach dem Krieg aber leicht verändert wieder aufgebaut.