Stand: 11.08.2017 10:41 Uhr

Toter Soldat: Weiter kein Obduktionsergebnis

Bild vergrößern
Märsche mit Gepäck gehören bei der Ausbildung in der Bundeswehr dazu. Warum dabei vier junge Männer zusammenbrachen, ist unklar. (Themenbild)

Auch knapp zwei Wochen nach dem Tod eines Soldaten im Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Munster (Heidekreis) ist die Todesursache noch unklar. Ein Obduktionsergebnis liege noch nicht vor, so der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hans-Peter Bartels. Die Staatsanwaltschaft habe noch keinen abschließenden Bericht vorgelegt. Der Mann war zehn Tage vor seinem Tod bei einem Übungsmarsch kollabiert. Ein zweiter Soldat, der bei dem Marsch Mitte Juli ebenfalls zusammengebrochen war, liege immer noch auf der Intensivstation. Insgesamt vier Rekruten hatten bei dem Übungsmarsch mit leichtem Gepäck das Bewusstsein verloren.

Verteidigungsausschuss untersucht Vorfall

Nach Angaben des Wehrbeauftragten will sich der Verteidigungsausschuss Anfang September mit dem Vorfall auseinandersetzen. Bartels sprach von einem "rätselhaften Geschehen", das er so noch nie erlebt habe. Im Zuge der Ermittlungen müsse auch geklärt werden, ob es besondere Ausbildungsbedingungen oder eventuell Versäumnisse bei der Musterung gegeben habe. Die jungen Männer waren erst seit drei Wochen bei der Bundeswehr.

"Nicht auf moderate Ausbildungsbelastung zurückzuführen"

Die Bundeswehr hat wegen der Vorfälle eine Ermittlungsgruppe gebildet, an der unter anderem Vertreter des Heeres, des Ausbildungszentrums sowie des zentralen Sanitätsdienstes beteiligt sind. Bereits vor dem Tod des Soldaten hatte das Verteidigungsministerium einen Brief an die Obleute des Verteidigungsausschusses verschickt. Darin hieß es: "Das Krankheitsbild der Soldaten lässt sich nicht auf die moderate Ausbildungsbelastung zurückführen." Nach Angaben des Presseoffiziers in Munster hätten die Rekruten neben der üblichen Musterung eine ärztliche Eingangsuntersuchung durchlaufen.


15.08.2017 11:13 Uhr

Hans-Peter Bartels ist Wehrbeauftrager des Deutschen Bundestags. In einer früheren Fassung des Artikels stand fälschlicherweise "Wehrbeauftragter der Bundeswehr". Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

Weitere Informationen

Bundeswehr untersucht Tod eines Soldaten

Neben der Staatsanwaltschaft Lüneburg untersuchen nun auch Verantwortliche der Bundeswehr den Tod eines Soldaten. Der Offiziersanwärter war nach einem Marsch zusammengebrochen. (01.08.2017) mehr

mit Video

Munster: Soldat stirbt zehn Tage nach Fußmarsch

Ein Offiziersanwärter ist am Sonnabend in einer Klinik in Munster gestorben. Er war nach einem drei Kilometer langen Marsch bewusstlos zusammengebrochen. War die Hitze Schuld? (30.07.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 11.08.2017 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

04:41

Radioaktiver Müll in die USA verschifft

20.08.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:00

"Happy Family": Ein 3-D-Film made in Hannover

20.08.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
05:48

70 Jahre Messe in Hannover: So fing alles an

20.08.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen